5 Indien-Reisetipps für Frauen

5 Indien-Reisetipps für Frauen

Indien ist ein wunderbares und sehr beeindruckendes Land. Unzählige Sehenswürdigkeiten, eine reiche Kultur, vielfältige Traditionen, weltberühmte Orte und echte Traumstrände lassen ein Highlight nach dem anderen folgen. Hinzu kommt, dass Indien ein sicheres Reiseland ist. Die Menschen sind gastfreundlich, höflich und friedliebend. Raubüberfälle oder Gewalt gegenüber Touristen sind eher selten. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: die vergleichsweise hohe Rate an Vergewaltigungen. 

 

 

5 Indien-Reisetipps für Frauen

Vor allem für Frauen, die alleine durch Indien reisen, spielt das Thema Sicherheit leider keine ganz unwichtige Rolle. Es kommt immer wieder vor, dass Frauen, einheimische wie ausländische, Opfer von Gruppen aus meist alkoholisierten Männern werden. Dass es zu solchen Übergriffen kommt, lässt sich auf zwei wesentliche Ursachen zurückführen. Der erste Grund ist, dass Frauen in weiten Teilen Indiens noch immer als weniger wert gelten.

In einigen Staaten wie Rajasthan oder Bihar ist die Sitte der Mitgift auch heute noch üblich, auch wenn sie offiziell längst verboten ist. Mitgift meint, dass die Eltern eines Mädchens von dessen Geburt an Geld, Schmuck und andere Kostbarkeiten ansparen müssen, damit sie ihre Tochter irgendwann vernünftig verheiraten können und die junge Frau in der Familie ihres Ehemannes aufgenommen wird. Ein Junge hingegen bringt einer Familie etwas ein.

Deshalb ist die Freude über einen Sohn größer und er wird verwöhnt. Durch diese klassische Haltung lernen indische Jungen schon sehr früh, dass sie einen höheren Stellenwert haben als Mädchen. Daraus wiederum wird mitunter geschlussfolgert, dass ein Mann mit einer Frau machen kann, was er möchte. 

Der zweite Grund ist, dass viele indische Familien sehr groß sind, aber in beengten Verhältnissen leben. Oft teilen sich mehrere Personen einen Raum. Privatsphäre gibt es dort nicht. Die Folge davon ist, dass das natürliche Verlangen, körperliche Zärtlichkeiten auszutauschen, unterdrückt oder auf die Schnelle befriedigt wird.

Gleichzeitig ist Sex in Indien nach wie vor ein Tabuthema. Erst seit kurzem ist in Bollywood-Streifen gelegentlich einmal ein Kuss zu sehen. Im Unterschied dazu sehen indische Männer in westlichen Filmen, wie offen und freizügig sich westliche Frauen verhalten.

Natürlich sind Vergewaltigungen nicht zu entschuldigen. Und selbstverständlich entwickelt sich auch die indische Gesellschaft kontinuierlich weiter. Es gibt sehr viele gebildete Familien, in denen Frauen genauso respektiert werden wie Männer. Zudem leben längst nicht alle Inder in ärmlichen Verhältnissen. Trotzdem kann das Wissen um die kulturellen Hintergründe dabei helfen, Verhaltensweisen besser zu verstehen und mögliche Gefahrensituationen richtig einzuschätzen.

Wenn Frauen und insbesondere alleinreisende Frauen dann noch ein paar grundlegende Tipps beherzigen, steht einem wundervollen und unvergesslichen Indien-Urlaub nichts im Wege. Dabei geht es bei den folgenden Tipps nicht um Zwänge oder Maßregelungen, sondern letztlich nur um Verhaltensweisen, die die indische Kultur beachten und respektieren. Hier also fünf Indien-Reisetipps für Frauen:

 

1. Keine zu freizügige Kleidung

Inderinnen tragen vor allem Saris und Salwa Kamis. Diese Gewänder sind einerseits luftig, andererseits aber auch lang. Wichtige Körperstellen wie die Brust oder der Geschlechtsbereich sind mit mindestens zwei Lagen Stoff bedeckt. Ein sehr beliebtes Accessoire der Inderinnen sind Schals und Tücher.

An religiösen Stätten müssen sie teilweise als Kopfbedeckung getragen werden, ansonsten können sie locker umgelegt werden und schützen den Kopf, das Gesicht oder die Schultern vor der Sonne. Nebenbei eignen sie sich, um Schweiß abzuwischen. Selbstverständlich müssen sich Touristinnen nicht in lange Gewänder hüllen und ihre Körper verschleiern. Eine luftig-leichte Sommerkleidung, die die Schultern verdeckt und bis über die Knie reicht, ist aber durchaus angemessen.

In typischen Touristenorten werden die Kleiderregeln zwar etwas lockerer gehandhabt und im Bikini oder Badeanzug am Pool oder Hotelstrand zu liegen, ist überhaupt kein Problem. Außerhalb von Hotelanlagen ist zu viel nackte Haut allerdings tabu. Und an öffentlichen Stränden oder in Flüssen außerhalb der großen Touristenorte baden (indische) Frauen üblicherweise vollständig bekleidet.  

 

2. Distanz zu Männern wahren

So mancher Urlauber wird den Eindruck haben, dass es in Indien nur Männer oder zumindest deutlich mehr Männer gibt als Frauen. Auf den Straßen, in Geschäften, in Hotels und Restaurants oder in öffentlichen Verkehrsmitteln scheinen nur Männer vertreten zu sein.

Dieses Bild ist der traditionellen Rollenverteilung in Indien geschuldet: Die Frau bleibt zu Hause, kümmert sich um den Haushalt und versorgt die Kinder, während der Mann arbeiten geht und das Geld nach Hause bringt. Deshalb werden Touristen nur wenigen Inderinnen begegnen und vermutlich keine wirklichen Bekanntschaften mit indischen Frauen machen können.

Indische Männer wiederum sind freundlich und höflich, sie flirten gerne und sind einem netten Gespräch nicht abgeneigt. Trotzdem sollten alleinreisende Frauen eine gewisse Distanz wahren. All zu persönliche oder gar intime Kontakte sind keine gute Idee. Vorsicht ist dann geboten, wenn eine Frau auf eine Gruppe alkoholisierter Männer trifft. Um diese sollte sie sicherheitshalber einen Bogen machen.

 

3. Selbstbewusst auftreten.

Indische Frauen verhalten sich eher ruhig und zurückhaltend. Um klare Zeichen zu setzen, sollten alleinreisende Frauen deshalb selbstbewusst auftreten und ihre Stärke zeigen. Eine aufrechte Körperhaltung und ein fester Gang reichen hierzu meist schon völlig aus.

Sollte irgendwann doch eine anzügliche Bemerkung fallen oder eine unangebrachte Berührung stattfinden, sollte diese nicht überspielt werden. Statt wohlwollend über den Kommentar oder die Geste hinwegzusehen, sollten Touristinnen laut und deutlich zum Ausdruck bringen, dass sie ein solches Verhalten nicht wünschen und darüber verärgert sind. Dadurch sind indische Männer nicht nur verunsichert, sondern auch wirksam in ihre Schranken verwiesen.

 

4. Indien bei Tag erkunden.

Wie überall auf der Welt ist es auch in Indien am Tag sicherer als nachts. Inderinnen gehen nach Möglichkeit im Dunkeln nicht auf die Straße und alleinreisende Frauen sollten es ihnen gleichtun. Ausgiebige Partys, durchfeierte Nächte oder Bummel in den späten Abendstunden sind nicht typisch indisch, sondern eher Gepflogenheiten, die mit den Touristen ins Land gekommen sind. Hat ein Ausflug länger gedauert und ist es inzwischen dunkel geworden, sollten sich alleinreisende Frauen ein Taxi nehmen und sich bis vor die Tür fahren lassen. Eine solche Taxifahrt kostet nicht die Welt und ist sehr viel sicherer als ein Spaziergang durch das nächtliche Indien.

 

5. Richtig reisen.

Öffentliche Verkehrsmittel sind in Indien sehr preiswert. Alleinreisende Frauen sollten sich deshalb Tickets für die bessere Klasse gönnen. Das Reisen wird dadurch nicht nur komfortabler, sondern auch sicherer. Dies liegt schlichtweg daran, dass die bessere Klasse eher für wohlhabende und damit meist auch höher gebildete Inder erschwinglich ist.

Neben der Reiseart sollten sich alleinreisende Frauen außerdem auch über ihre Reiseziele Gedanken machen. Typische Touristenregionen und reichere Staaten können Frauen ruhigen Gewissens alleine erkunden. Soll es hingegen in Gegenden gehen, in denen hauptsächlich einfache, ungebildete Menschen in ärmlichen Verhältnissen leben oder in denen der Lebensalltag noch sehr traditionell ist, sollten sich alleinreisende Frauen besser ein paar Reisegefährten suchen. Allein als Frau kann es hier doch etwas zu gefährlich werden.

 

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