Nach Nordkorea reisen – Infos und Tipps

Nach Nordkorea reisen – Infos und Tipps

Asien an sich verspricht schon jede Menge Exotik. Viele Reiseziele wie beispielsweise Thailand sind zwar längst auf Touristenströme vorbereitet und eingestellt. Aber trotzdem erlebt der Tourist einen ganz anderen Kulturkreis mit eben jenem exotisch-asiatischen Flair. Doch es geht noch sehr viel ausgefallener.

 

Wer ein ganz spezielles, außergewöhnliches und einzigartiges Reiseziel erkunden möchte, findet mit Nordkorea das ideale Ziel. Allerdings kann der Tourist nicht einfach so seine Koffer packen, spontan Flug und Hotel buchen und nach Nordkorea reisen. Nordkorea ist vielmehr eines der wenigen Länder, bei denen der Tourist nicht sicher sein kann, ob er überhaupt ein Visum bekommen wird. Nordkorea ist für Ausländer zugegebenermaßen schwer zugänglich, unmöglich ist eine Reise aber keineswegs.

 

Wie es klappen kann und worauf es zu achten gilt,
erklären die Infos und Tipps in diesem Beitrag:

 

Nach Nordkorea reisen – die Vorbereitung

Der erste Schritt für eine Reise nach Nordkorea besteht darin, eine entsprechende Reiseagentur zu finden. In Deutschland gibt es ein paar Agenturen, die Nordkorea im Programm haben. Auch in Asien organisieren einige Anbieter Reisen durch Nordkorea, die meisten dieser Anbieter sind in Singapur und China zu finden.

Für europäische Reisende gibt es außerdem Agenturen die auf Nordkoreareisen spezialisiert ist. Die Reise komplett selbst zu organisieren, ist praktisch unmöglich. Alle Anbieter von Nordkoreareisen arbeiten mit der offiziellen Tourismusorganisation Nordkoreas KITC zusammen.

Die KITC plant die Rundreisen und führt sie auch durch. So etwas wie Individualtourismus gibt es in Nordkorea nicht. Einige Regionen sind für Touristen tabu und Ziele, die außerhalb der Hauptstadt liegen, erfordern eine Genehmigung. Darum kümmert sich aber die KITC.

Der nächste Schritt besteht im Beantragen des Visums. Neben dem eigentlichen Antragsformular braucht der Reisende eine Bescheinigung seines Arbeitgebers, aus der hervorgeht, als was der Reisende tätig ist. Durch diese Maßnahme soll verhindert werden, dass sich ausländische Journalisten unbemerkt ins Land einschleichen. Der Reisende selbst muss in einem weiteren Formular versichern, dass er die Fotos, die er während seiner Reise schießt, nur für private Zwecke verwenden wird.

Das Visum muss bei der nordkoreanischen Botschaft in dem Land, in dem der Reisende wohnt, beantragt werden. Für deutsche Reisende ist dies die nordkoreanische Botschaft in Berlin. Bei touristischen Reisen erledigt aber die Reiseagentur die notwendigen Formalitäten. Die Bearbeitung des Visumsantrags dauert mindestens vier Wochen lang.

Reist der Tourist tatsächlich als ganz normaler Tourist in das Land, sollten die Chancen auf ein Visum gut stehen. Ansonsten braucht der Tourist für die Einreise nur einen gültigen Reisepass. Impfbescheinigungen muss er nicht vorlegen.

 

Nach Nordkorea reisen – die wichtigsten Regeln

Der Tourist wird in Nordkorea mit einigen Verhaltensregeln konfrontiert, die vermutlich etwas befremdlich auf ihn wirken werden. So ist es beispielsweise verboten, Bilder oder Statuen der Staatsführer nur in Teilen zu fotografieren. Die Bilder oder Statuen müssen also entweder ganz auf dem Foto zu sehen sein oder gar nicht. Einfach so den Sockel, einen Arm oder ein anderes Körperteil abzuschneiden, könnte den Touristen in ernsthafte Schwierigkeiten bringen.

Außerdem wird erwartet, dass Ausländer den herrschenden Personenkult respektieren. Für den Tourist bedeutet das, dass er sich, genauso wie die Einheimischen, vor den Statuen von Staatsführern verneigen muss.

Militärische Anlagen, Bahnhöfe, Flughäfen, Brücken und andere sicherheitsrelevanten Bereiche dürfen nicht fotografiert werden. Gleiches gilt für alles, was das Image Nordkoreas nachteilig darstellen könnte. Hierzu gehört beispielsweise Armut in sämtlichen Facetten.

Ausländische Literatur darf zwar grundsätzlich eingeführt werden, muss aber ebenso wie das Handy, die Kamera oder der Computer beim Zoll deklariert werden. Zudem muss der Tourist damit rechnen, damit ihm seine Literatur abgenommen wird. Dies betrifft auch den für unser Empfinden harmlosen Reiseführer.

Aus Sicht der nordkoreanischen Regierung könnte er jedoch ein falsches Licht auf das Land werfen. Computer, Kameras und Handys werden in aller Regel genauestens kontrolliert. Sein Handy und seinen Computer kann der Reisende aber guten Gewissens gleich zu Hause lassen, denn westliche Telefone funktionieren in Nordkorea nicht und Internverbindungen stehen auch nicht zur Verfügung.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt betrifft den Zahlungsverkehr. Der Tourist darf und muss Bargeld einführen, und zwar in Form von Euro, US-Dollar oder Yuan. Dabei sollte der Tourist aber wirklich sicherstellen, dass er genug Bargeld für alle geplanten Ausgaben, Souvenirs und was er sonst noch kaufen möchte, mitbringt.

In Nordkorea muss nämlich alles in bar bezahlt werden, Kreditkarten werden nicht akzeptiert. Außerdem gibt es keine Geldautomaten und selbst die Deutsche Botschaft kann keinen Geldtransfer für den Touristen in Empfang nehmen. Es besteht also keine Möglichkeit, sich in Nordkorea Geld zu besorgen.

 

Nach Nordkorea reisen – der Ablauf einer Reise

Im Land angekommen, lernt der Tourist seine Reisegruppe und seine Reiseleiter kennen. Die Reiseleiter, die gleichzeitig auch Kontrollpersonen und Dolmetscher sind, sind ständig an der Seite des Touristen. Sie sind sehr höflich, zuvorkommend, kümmern sich und beantworten Fragen, soweit ihnen das in klaren Antworten möglich ist.

Sie geben sich große Mühe, dem Touristen Nordkorea zu zeigen und seinen Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Aber sie sind eben auch ständig anwesend, lassen den Touristen nie aus den Augen. Als Reiseleiter entscheiden die Begleiter über den Ablauf der Rundreise. Weder die ausländische Reiseagentur noch der Tourist haben Einfluss auf den Reiseverlauf und spontane Änderungen sind jederzeit möglich.

Auf seiner Reise wird der Tourist wichtige Sehenswürdigkeiten besuchen, über die nordkoreanische Geschichte lernen und Eindrücke von einem Land sammeln, das für Ausländer lange Zeit verschlossen war. Er wird in eine Welt eintauchen, die für ihn als Bewohner eines demokratischen Landes mit sehr vielen Freiheiten neu und fremd ist.

Er wird allerdings keine Möglichkeit haben, mit Nordkoreanern ins Gespräch zu kommen. Einheimische können nämlich große Schwierigkeiten bekommen, wenn auch nur der Verdacht entsteht, sie würden Kontakte zu Ausländern pflegen. Dies ist zweifelsohne sehr schade. Positiv gesehen bedeutet das aber auch, dass sich der Tourist allein schon durch die ständige Bewachung, unter der er steht, in Nordkorea absolut sicher fühlen kann.

 

Nordkorea – ein Fazit

Eine Reise nach Nordkorea ist nicht mit einem normalen Urlaub zu vergleichen. Aber es wird zweifelsohne eine unvergessliche Reise und ein einzigartiges Erlebnis werden. Der Reisende wird ein Land erleben, das geheimnisvoll, außergewöhnlich, manchmal befremdlich und auf seine ganz eigene Art unglaublich beeindruckend ist.

 

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