5 Gerichte aus der chinesischen Küche, die gar nicht so schlecht sind wie ihr Ruf

5 Gerichte aus der chinesischen Küche, die gar nicht so schlecht sind wie ihr Ruf

Die chinesische Küche ist überaus vielseitig. Dabei ist so manche Speise für europäische Gaumen etwas gewöhnungsbedürftig. Bei anderen Speisen kostet es echte Überwindung, sie zu probieren. Doch darunter es gibt Gerichte, die sich als erstaunlich lecker entpuppen.

 

Hier sind 5 solcher Gerichte:

 

China ist ein großes Land mit einer langen Geschichte und vielen Traditionen. Dementsprechend vielfältig ist auch die chinesische Küche. Doch so mancher Reisende steht der Küche Chinas eher skeptisch gegenüber. Denn das Bild ist zweigeteilt: Auf der einen Seite stehen die Gerichte, die aus dem heimischen China-Restaurant bekannt sind. Diese sind zwar schmackhaft, in China in der gewohnten Form aber oft nicht anzutreffen.

Auf der anderen Seite stehen die Speisen, die in Europa einfach nicht auf den Speiseplan gehören. Hundefleisch, Hühnerfüße oder Haifischflossen sind ein paar Beispiele dafür.

Natürlich muss niemand Speisen probieren, vor denen er sich ekelt oder bei denen er moralische Bedenken hat. Doch die Küche ist ein wichtiger Bestandteil der Landeskultur. Und wer ein Land wirklich kennenlernen möchte, sollte sich auch auf die Essgewohnheiten einlassen.

Außerdem ist es nicht fair, Speisen zu verurteilen oder andere gar davor zu warnen, ohne sie selbst je gekostet zu haben. Zumal der mutige Reisende feststellen wird, dass einige fragwürdige Gerichte wirklich lecker sind. Dieser Beitrag stellt fünf Gerichte aus der chinesischen Küche vor, die gar nicht so schlecht sind wie ihr Ruf:

 

1. Gericht: Liangpi

Liangpi bedeutet übersetzt soviel wie kalte Haut. Allerdings haben Liangpi nichts mit Haut von einem Tier oder einer Pflanze zu tun. Stattdessen handelt es sich um Nudeln und ihr Name erklärt sich vermutlich durch die Zubereitung: Für Liangpi wird ein Teig aus Wasser und Reis- oder Weizenmehl hergestellt.

Dieser Teig wird anschließend solange über einem Gefäß mit Wasser ausgewaschen, bis das Wasser mit der Stärke aus dem Mehl gesättigt ist. Das Gefäß bleibt dann über Nacht an einem kühlen Ort stehen. Dadurch setzt sich die Stärke am Boden ab. Diese Schicht – oder Haut – wird in dünne Streifen geschnitten. Serviert werden die meist kalten Nudeln mit Tofu, Gemüse und einer scharfen Sauce.

Der schlechte Ruf des leckeren und zudem sehr kostengünstigen Gerichts geht auf ein Gerücht zurück. So wird mitunter behauptet, dass den Nudeln für eine schlüpfrigere Konsistenz Aluminium beigemischt wird. Inwiefern an dem Gerücht etwas dran ist, ist schwer zu beurteilen. Das traditionelle Rezept sieht jedenfalls kein Aluminium vor und angesichts der sehr günstigen Preise für Liangpi ist auch eher unwahrscheinlich, dass sie aus mehr Zutaten bestehen als Wasser und Mehl. 

 

2. Gericht: Pidan

Pidan werden hierzulande auch tausendjährige Eier genannt. Es handelt sich dabei um Enteneier. Zubereitet werden Pidan, indem die Enteneier roh in eine Mischung aus Asche, Sägespänen und gebranntem Kalk eingelegt werden, die mit Anis, Piniennadeln, Fenchel, Pfeffer, Salz und teilsweise mit Zitronensaft oder Tee verfeinert wird.

In dieser Mischung verbleiben die Eier mehrere Monate lang. Die ursprüngliche Idee hinter dieser Zubereitungsart war, dass die Eier dadurch haltbar gemacht und bis zu drei Jahre lang ohne Kühlung aufbewahrt werden konnten. Heute werden Pidan in China gerne als Vorspeise oder als Snack zwischendurch gegessen.

Echte Pidan erkennt der Reisende daran, dass das Eiweiß bernsteinfarben ist und seine Konsistenz an Gelatine erinnert. Ist das Eiweiß hingegen nur gelblich-braun und eher fest, handelt es sich um Eier, die in Tee gekocht wurden. Der schlechte Ruf geht wohl auf das Aussehen zurück. Denn die tiefschwarzen und schlabberigen Eier sehen nicht unbedingt lecker aus. Doch wer sich überwindet, wird erstaunt sein, wie gut die Pidan schmecken.

 

3. Gericht: Schafsfleisch-Spießchen

Kleine Spieße mit gegrilltem Schafsfleisch gibt es in China für kleines Geld an jeder Straßenecke. Für die Spieße werden abwechselnd Fleisch- und Fettstücke aufgespießt, mit Salz und einer Mischung aus scharfen Gewürzen bestreut und anschließend auf dem Grill zubereitet. Neben dieser Grundform gibt es jedoch zahlreiche Abwandlungen. So werden beispielsweise die Fettstücke gegen Knorpel ausgetauscht, weil viele Chinesen gerne auf dem härteren Knorpel herumkauen.

Für den schlechten Ruf der Schafsfleisch-Spießchen sind zwei Faktoren verantwortlich. So wird zum einen berichtet, dass anstelle von Schafsfleisch oft das billigere Entenfleisch verarbeitet wird. Und damit das Entenfleisch wie Schafsfleisch schmeckt, soll es mit Chemikalien behandelt werden.

Zum anderen befürchten Touristen, dass sich auf ihrem Spieß Hoden, Penisse oder andere Teile des Schafs befinden könnten, die sie nicht unbedingt essen möchten. Letztere Sorge ist jedoch unbegründet. An den Grillbuden gibt es zwar tatsächlich Spießchen mit Schafshoden und -penissen. Sie werden aber als solche angeboten, nicht zuletzt deshalb, weil ihnen eine potenzfördernde Wirkung nachgesagt wird. Die anderen Spießchen werden mit solchen Körperteilen nicht bestückt.     

 

4. Gericht: Seegurke

Die Seegurke ist ein Meerestier ohne Knochen oder Gräten. Gegessen werden nur wenige Arten der Seegurke, die inzwischen teilweise aus Zuchten stammen. Zubereitet wird die Seegurke in verschiedenen Varianten, unter anderem gekocht, gebacken, gebraten oder frittiert. Grundsätzlich steht und fällt das Gericht aber mit der Sauce.

Denn die Seegurke selbst hat praktisch keinen Eigengeschmack und ihre Konsistenz erinnert an Gummi. Dafür soll die Seegurke sehr gesund sein, zumal sie kaum Fett enthält. Wer die Möglichkeit hat, sollte die exotische Meeresspeise als ruhig mal probieren, auch wenn sie etwas teurer ist als andere Gerichte.

 

5. Gericht: Stinktofu

Stinktofu gibt es in drei Varianten, nämlich als weißen, gelblichen und schwarzen Tofu. Hergestellt wird der Stinktofu durch einen Fermentierungsprozess. Im Prinzip durchläuft er also das gleiche Verfahren wie Milch, wenn sie zu Käse verarbeitet wird. In der chinesischen Küche wird der Stinktofu frittiert und zusammen mit einer scharfen Sauce gereicht. In Taiwan wiederum wird der frittierte Stinktofu mit Kohl serviert.

Seinen schlechten Ruf hat der Stinktofu dem strengen und nicht unbedingt einlandenden Geruch zu verdanken, der von den Ständen und aus den Garküchen strömt. Doch von diesem Geruch sollte sich der Reisende nicht abschrecken lassen. Denn das Gericht schmeckt wirklich gut.

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Veröffentlicht von

Manfred Laue & Hong Cian Shok

Hier schreiben Manfred Laue, geboren 1964, reisender Geschäftsmann im asiatischen Raum, sowie Hong Cian Shok Baujahr 1988, Backpacker wohnhaft in Deutschland, der jedes Jahr sich mehrere Wochen in Asien aufhält. Wir möchten Wissenswertes über Reiseziele, Kulturen und Wirtschaft vermitteln.

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