Neujahr in China

Neujahr in China

Es ist noch gar nicht so lange her, dass wir Silvester gefeiert haben. Und zusammen mit uns haben viele andere Menschen auf der Welt das neue Jahr begrüßt. Aber es gibt auch Länder, in denen die Feste zum Jahreswechsel nicht am 31. Dezember stattfinden. Eines dieser Länder ist China.

Wenn ein Jahreswechsel ansteht, beginnen die Silvesterpartys hierzulande gegen Abend. Bis Mitternacht wird getanzt und gefeiert. Silvesterbräuche wie beispielsweise das Bleigießen stehen ebenfalls auf dem Programm. Um Mitternacht gibt es dann ein Feuerwerk und das eine oder andere Gläschen Sekt, um auf das neue Jahr anzustoßen.

Am Neujahrstag lassen es viele ruhig angehen. Sie erholen sich von der Silvesterparty oder besuchen Familie und Freude, um ihnen ein frohes neues Jahr zu wünschen. Alles in allem dauern die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel aber nur wenige Stunden. Und schon am 2. Januar geht alles wieder seinen gewohnten Gang.

Die Chinesen machen es anders. Neujahr in China wird nämlich mit einem 15-tägigen Fest gefeiert.

Wie das abläuft und welche Traditionen es dabei gibt,
zeigen wir in diesem Beitrag:

 

Neujahr in China

Das chinesische Neujahrsfest, das auch chinesisches Frühlingsfest genannt wird, gehört zu den wichtigsten Feiertagen in China. Wer irgendwie kann, nimmt sich an diesen Tagen Urlaub. Angehörige und Freunde von überall reisen an, um die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel im Kreis ihrer Lieben zu verbringen. Und wenn es dann endlich soweit ist, wird ganze 15 Tage lang feiert.

Die Tradition des chinesischen Neujahrsfestes reicht weit zurück und um die Entstehung ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden. Eine Geschichte besagt, dass jedes Jahr ein Menschen fressendes Jahresmonster auftaucht. Der Lärm beim Feiern und die üppigen Dekorationen in Rot und Gold sollen das Monster vertreiben. Wenn das klappt, beginnt für die Menschen ein Jahr, in dem sie keine Angst vor dem Monster haben müssen.

 

Die Bräuche beim chinesischen Neujahrsfest

Bevor der Jahreswechsel gefeiert wird, werden zahlreiche Vorbereitungen getroffen. So wird zunächst einmal das Haus auf Vordermann gebracht. Notwendige Renovierungsarbeiten werden durchgeführt und es wird bis in die hinterste Ecke geputzt und geschrubbt, bis alles blitzt und glänzt. Anschließend wird das Haus üppig dekoriert. Rote Lampions, Bambus, verschiedene Figuren und Spruchbänder kommen dabei beispielsweise zum Einsatz. Allmählich reisen dann auch die Familienmitglieder an, die weiter weg wohnen.

Am Neujahrsabend findet ein üppiges Festmahl statt, an dem die ganze Familie zusammenkommt. Traditionell werden bei diesem Festessen Gerichte mit Fisch und Hühnchen serviert. Damit das Glück hereinkommen kann, sind die Fenster des Hauses weit geöffnet. Am späten Abend wird es Zeit für das große Feuerwerk. Großes Feuerwerk ist keineswegs übertrieben, denn das laute und bunte Lichtspektakel am Himmel kann durchaus mehrere Stunden andauern. Schließlich soll das Feuerwerk das böse Jahresmonster vertreiben.

Der Neujahrstag und die folgenden Tage stehen im Zeichen von gegenseitigen Besuchen. Verwandte und Freunde kommen zusammen und essen gemeinsam. Außerdem werden Glück- und Segenswünsche verteilt, hübsch verpackt in roten Briefumschlägen. Bei Kindern steckt neben den Wünschen auch das eine oder andere Geldgeschenk im Kuvert.

Wer neue Schuhe braucht oder zum Friseur muss, verschiebt das besser auf einen anderen Tag. Denn es soll Unglück für das neue Jahr bringen, wenn am Neujahrstag neue Schuhe gekauft oder die Haare geschnitten werden. Gleiches gilt für das Kehren des Bodens. Im Unterschied dazu soll es Glück bringen, Süßigkeiten zu essen und in Pampelmusenblättern zu baden. Damit das Glück ins Haus kommen kann, werden die Tür und die Fenster geöffnet. Außerdem dominiert in den Tagen der Feierlichkeiten die Farbe Rot. Denn Rot steht für Glück, Freude und Wohlstand. Schwarze und weiße Kleidung hingegen bleibt besser im Schrank.

Ebenfalls Glück sollen die tanzenden Löwen bringen, die in Paraden durch die Straßen ziehen. Auch der traditionelle Löwentanz ist nämlich ein fester Bestandteil beim Neujahrsfest. Die bunten Kostüme stellen übrigens tatsächlich Löwen mit einem Horn dar, und nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen, Drachen.

Am siebten Tag wird Geburtstag gefeiert. Die Tradition besagt nämlich, dass an diesem Tag ein neues Lebensjahr beginnt. Am 15. Tag schließlich endet das chinesische Neujahrsfest mit einem Laternenfest. Die Familie kommt nun noch einmal zusammen, um sich bei leuchtenden Laternen und brennenden Kerzen süße Leckereien schmecken zu lassen.

 

Das Datum des chinesischen Neujahrsfestes

Anders als hierzulande hat das Neujahr in China kein festes Datum. Wann die Feierlichkeiten stattfinden, bestimmt sich nach dem chinesischen Kalender und dem Mond. Allerdings fällt das Neujahrsfest immer auf einen Neumond in der Zeit vom 21. Januar bis zum 21. Februar.

Dieses Jahr begann das chinesische Neujahrsfest am 16. Februar und endete am 2. März. Gleichzeitig ging dabei das Jahr des Hahns zu Ende und das Jahr des Hundes begann. Im nächsten Jahr wird das Jahr des Schweins eingeläutet, und zwar am 05. Februar 2019. Wer das Neujahrsfest in China erleben möchte, sollte sich diesen Termin also vormerken und rechtzeitig buchen. Denn kurz vor dem Fest ist es schwer, noch einen Flug zu bekommen.

Wer nicht so lange warten will, kann ein anderes Ziel in Asien ansteuern. Denn in vielen asiatischen Ländern werden ebenfalls Neujahrs- und Frühlingsfeste gefeiert. In Thailand beispielsweise finden die Feierlichkeiten zum neuen Jahr vom 13. bis zum 15. April 2018 statt. Wer sich beeilt, kann daran also noch teilnehmen!

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