Sightseeing mit dem Bummelzug in Japan – 6 Strecken

Sightseeing mit dem Bummelzug in Japan – 6 Strecken

Eigentlich ist Japan ja für seine Hochgeschwindigkeitszüge bekannt, die zudem auch noch überaus pünktlich sind. Doch eine besondere Attraktion sind ausgerechnet die Bummelbahnen, die gemächlich durchs Land fahren und herrliche Ausblicke auf die eindrucksvollen Landschaften eröffnen. Wir stellen sechs Strecken vor, die sich optimal für Sightseeing eignen!

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Sightseeing mit dem Bummelzug in Japan - 6 Strecken

Langsames Reisen liegt im Trend

Der weltberühmte Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen rast von Tokio aus mit bis zu 320 Stundenkilometern durch Japan und ermöglicht damit, schnell, sehr bequem und effizient an sein Ziel zu gelangen. Außerdem kann sich der Reisende ziemlich sicher sein, dass er pünktlich ankommt.

Denn Japans Bahnen sind für ihre Pünktlichkeit bekannt und falls sich ein Zug doch einmal um ein paar Sekunden verspäten sollte, folgt prompt eine Entschuldigung der Bahnunternehmen.

Der große Haken an der Sache ist aber, dass es bei einer Geschwindigkeit von 320 Stundenkilometern nahezu unmöglich ist, die Aussicht zu genießen. Doch gerade das ist sehr schade, denn die Landschaften in Japan sind viel zu schön, um sie unbeachtet an sich vorbeiziehen zu lassen.

Aus diesem Grund erfreuen sich auch die Bummelzüge großer Beliebtheit. Während Touristen die langsamen Bahnen gerne fürs Sightseeing nutzen, schätzen die Einheimischen die gemächlichen Züge für die Entschleunigung.

Der Alltag ist so schnelllebig und das Leben insgesamt so kurz, dass die Sehnsucht wächst, besondere Orte zu sehen und festzuhalten. Langsame Zugreisen sind eine Möglichkeit dafür.

Dass die Bummelbahnen im Trend sind, hat aber noch einen anderen Grund. Auch in Japan verlagert sich das Leben immer mehr in Städte und Ballungsgebiete, während die ländlichen Regionen verwaisen.

Durch Züge, die Reisende in eher abgelegene Gebiete bringen, soll einerseits der Anschluss ans Bahnnetz erhalten bleiben und andererseits eine Wiederbelebung der Regionen stattfinden.

6 Strecken für Sightseeing mit dem Bummelzug in Japan

In Japan gibt es eine Vielzahl an Bahnen, die in gemütlichem Tempo an der Küste entlang, durch die Berge oder in ländliche Regionen mit kleinen Dörfern fahren.

Zugreisende haben so die Gelegenheit, die unterschiedlichen Facetten des Landes und die landschaftlichen Besonderheiten der verschiedenen Regionen kennenzulernen.

Zu den schönsten Strecken gehören dabei folgende:

  1. Die Kurobe Eisenbahn

Mit einer Länge von 86 Kilometern zählt die Kurobe-Schlucht zu den spektakulärsten Landschaften des Landes. Die Kurobe Eisenbahn schlängelt sich mitten durch die Schlucht hindurch und eröffnet unvergessliche Aussichten auf die Berge und die Täler.

Weil die Kurobe Eisenbahn sehr langsam unterwegs ist, hat der Zugreisende genug Gelegenheit, um die malerische Landschaft zu genießen. Vor allem im Herbst, wenn sich das Laub bunt verfärbt, entsteht ein pittoreskes Bild.

Die Strecke führt von Unazuki nach Keyakidaira und verläuft auf den Gleisen einer alten Grubenbahn. Während der etwa anderthalbstündigen Fahrt passiert der Zug 21 Brücken und 41 Tunnel.

Der Zugreisende kann zwischendurch immer mal wieder aussteigen und sich die Gegend genauer anschauen.

Für so einen Stopp bieten sich zum Beispiel die Thermalquellen von Kuronagi oder der Aussichtspunkt Kurobe Mannen Yuki an. Der Aussichtspunkt eröffnet einen einmaligen Blick auf den ganzjährig schneebedeckten Berg Hyakkan.

  1. Der Shirakami Zug

Der Shirakami Zug ist im Norden Japans, in der Präfektur Akita unterwegs. Als einziger Zug fährt er direkt an der Küste Japans entlang. Er rollt an sanften Bergen vorbei, außerdem liegt der Shirakami Sanchi auf seiner Strecke.

Der Shirakami Sanchi ist der größte noch bestehende Buchen-Urwald in Ostasien und gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Die Zugfahrt dauert rund fünf Stunden. Kommt der Zug an besonders imposanten Landschaften vorbei, reduziert er seine Geschwindigkeit auf teils unter zehn Stundenkilometer.

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Zusammen mit den raumhohen Fenstern sind die Bedingungen damit optimal, um den Ausblick zu bewundern und jede Menge Erinnerungsfotos zu schießen. Im Frühling und Herbst ist der Zug einmal pro Tag unterwegs. Im Sommer und Winter hingegen, wenn die Landschaften besonders schön sind, macht der Zug drei Touren täglich.

  1. Der Iida-Line-Unexplored-Stations-Zug

Dieser Zug ist im südlichen Teil der japanischen Alpen am Fluss Tenryu entlang unterwegs. Dabei passiert die Bahnlinie Bahnhöfe, die völlig ablegen sind und ansonsten kaum oder gar nicht mehr angefahren werden.

Eine Reise mit dem Bummelzug vermittelt deshalb das Gefühl von einer Fahrt in die Vergangenheit.

Wer sich für vergessene Plätze begeistert, kann unterwegs grandiose Fotos von den verlassenen Bahnhöfen schießen. An einigen Stationen wiederum verkaufen Einheimische Produkte aus der Region.

Doch die Tour ist nicht nur wegen der alten Bahnhöfe sehenswert. Auch die idyllische Flusslandschaft macht den Blick aus dem Zugfenster einzigartig. Der Nahverkehrszug startet in Toyahashi und erreicht nach etwa sechs Stunden seinen Zielbahnhof in Tatsuno.

  1. Der Royal Express

Wie der Name schon vermuten lässt, verbindet der Touristenzug Royal Express Sightseeing mit Luxus der Extraklasse. Die pompösen Innenräume der Personenwagen wurden vom bekannten Designer Eiji Mitooka gestaltet, der vor allem auf edle Hölzer und kostbares Japanpapier setzte.

Neben Reisewagen besteht der Zug unter anderem aus mehreren glamourösen Speisewagen, einer Bibliothek, einem Wagen mit einem Spielplatz für Kinder und einem Mehrzweckwagen, in dem sogar geheiratet werden kann.

Die luxuriöse Innenausstattung wird durch Panoramafenster ergänzt, die herrliche Ausblicke auf die vorbeiziehenden Landschaften bieten. Die Fahrt dauert drei Stunden und führt von Yokohama an der Pazifikküste von Izu entlang bis nach Izukyu Shimoda.

  1. Der Sagano Romantic Train

Die Fahrt mit dem Sagano Romantic Train dauert zwar nur eine knappe halbe Stunde, bietet aber ganzjährig grandiose Ansichten. Während im Frühling Kirschblüten das Bild prägen, erstrahlen im Sommer die Berge und Wälder in sattem Grün.

Im Herbst zaubert das bunte Laub ein eindrucksvolles Farbenmeer, während im Winter der Schnee für ein Winterwunderland sorgt.

Der Zug wird von einer modernisierten Dampflok gezogen. Im Westen von Kyoto startet die Fahrt in Saga Arashiyama, führt vorbei an der Schlucht des Flusses Hozugawa und endet in Kameoka.

  1. Der Tsugaru Tetsudo Stove Train

Die Tsugaru Eisenbahn ist Japans nördlichste Privatbahn und bringt Reisende im Winter in das verschneite Tsugaru Tal. Der Name des Zuges Stove Train bedeutet auf Deutsch Ofen-Zug und kommt daher, dass die Personenwagen mit Kohleöfen beheizt werden.

Die Abteile sind nostalgisch im Stil der Showa-Ära eingerichtet und verfügen alle über jeweils einen Ofen. Die Kohleöfen sind aber nicht nur Wärmequellen. Stattdessen dienen sie auch als Kochstellen für den getrockneten Tintenfisch, der im Zug verkauft wird.

Der Stove Train legt die rund 20 Kilometer lange Strecke von der Station Tsugaru Goshogawara bis zur Station Tsugaru Nakasato zwischen Dezember und März zurück. In den übrigen Monaten verkehren andere Züge auf der Strecke, so zum Beispiel der Windspielzug.

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Hier schreiben Manfred Laue, - reisender Geschäftsmann im asiatischen Raum, sowie Hong Cian Shok - Backpacker wohnhaft in Deutschland, der jedes Jahr sich mehrere Wochen in Asien aufhält, sowie Christian Gülcan, mit Erfahrung aus 10 Jahren im Lebensmittel-Großhandel und Belieferung an asiatische Gastronomie, Betreiber und Redakteur dieser Webseite. Wir möchten Wissenswertes über asiatische Reiseziele, Kulturen und Wirtschaft vermitteln.

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