Yoga für Anfänger und Interessierte

Yoga für Anfänger und Interessierte

In Asien blickt Yoga auf eine jahrtausende alte Tradition zurück. Im Ayurveda etwa, der Lehre oder dem Wissen vom Leben, ist ein beweglicher und biegsamer Körper eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit. Dabei zielt das klassische Yoga nicht darauf ab, Energien zu verbrauchen und Kalorien zu verbrennen, um so sein Gewicht zu reduzieren.

Stattdessen sollen die sanften Bewegungen in Kombination mit Atemtechniken und Meditation den Körper mit neuer Energie versorgen. Yoga soll Stress abbauen, beruhigen und dabei helfen, seine innere Mitte zu finden. Nebenbei steigert Yoga die körperliche Fitness.

Es gab Zeiten, in denen Yoga gerne in die Esoterik-Ecke eingeordnet wurde. Spätestens seit dem Wellness-Boom und einer veränderten Denkweise, was einen gesunden Lebensstil angeht, steht Yoga aber auch hierzulande hoch im Kurs. Fast jedes Fitnessstudio hat Yoga im Programm, überall eröffnen Yoga-Center und sogar an Volkshochschulen werden Yoga-Kurse gegeben.

Hinzu kommen die unzähligen Stars und Sternchen, die für Yoga werben und DVDs oder Bücher auf den Markt bringen. Wer sich der asiatischen Tradition anschließen oder auf seinen ersten Yoga-Erfahrungen aus dem letzten Asien-Urlaub aufbauen möchte, wird es mitunter recht schwer haben, sich in dem inzwischen riesigen Angebot zurechtzufinden.

Der folgende Beitrag hält deshalb Infos und Tipps
rund um Yoga für Anfänger und Interessierte bereit:

Die verschiedenen Arten von Yoga

Fast alle modernen Varianten und Stile von Yoga basieren auf dem sogenannten Hatha-Yoga. Beim Hatha-Yoga spielen die Asanas, das sind die verschiedenen Körperhaltungen, eine zentrale Rolle. In der westlichen Welt etablierte sich Yoga in den 1970er-Jahren und seitdem haben sich auf Basis des Hatha-Yoga viele verschiedene Richtungen entwickelt. Vor allem in den USA kam Yoga in zahlreichen Varianten auf, aber auch in Europa wurde fleißig an neuen Formen gearbeitet. Oft sind die modernen Stile nach ihrem Erfinder benannt.

Dabei lassen sich die verschiedenen Yoga-Arten grob in zwei große Gruppen einteilen. Während die einen den Schwerpunkt auf Meditation und Spiritualität legen, geht es bei den anderen Richtungen in erster Linie um die körperliche Aktivität und die sportliche Betätigung.

Wer Yoga hauptsächlich als Sport betreiben möchte, sollte sich für einen Stil entscheiden, bei dem schnelle, direkt hintereinander ausgeführte Übungen auf dem Programm stehen. Zu diesen Richtungen gehören beispielsweise das Power-, das Ashtanga- oder das Jivamukti-Yoga. Sollen Fitness und Kondition noch mehr trainiert werden, kann das Bikram-Yoga eine gute Lösung sein.

Bei diesem Stil, der auch Hot-Yoga genannt wird, findet das Training in einem 40 Grad Celsius warmen Raum statt. Das Schwitzen, das sich zwangsläufig einstellt, soll eine reinigende Funktion haben und den Körper gleichzeitig noch beweglicher und biegsamer machen. Vergleichsweise ruhig geht es dagegen bei den meditativ ausgerichteten Varianten Sivananda- und Kundalini-Yoga zu.

Wer Vorerkrankungen mitbringt oder körperlich eingeschränkt ist, findet mit dem Iyengar-Yoga eine ideale Richtung. Bei dieser Yoga-Art wird nämlich nicht nur auf sehr genau ausgerichtete Körperhaltungen geachtet, sondern das Durchführen der Übungen wird durch verschiedene Hilfsmittel wie Gurte und Klötze unterstützt.

Tipps für die Suche nach einem Yoga-Lehrer

Grundsätzlich ist es keine gute Idee, sich als Yoga-Neuling rein auf Bücher oder DVDs zu verlassen. Insgesamt gilt Yoga zwar als ein sanfter Sport. Doch wenn die Körperhaltungen nicht stimmen oder die Übungen falsch ausgeführt werden, können ernsthafte Verletzungen im Bereich von Nacken, Schultern, Knien und dem unteren Rücken die Folge sein.

Zudem werden die Trainingseffekte und auch der Spaß kaum in vollem Umfang ausgeschöpft werden können, wenn sich der Trainierende von Anfang an Fehler angewöhnt. Zumindest für den Einstieg ins Yoga sollte deshalb nicht auf einen Lehrer verzichtet werden. Spezielle Anfängerkurse sind hier eine gute Wahl, denn so lernt der Yoga-Schüler die Grundlagen und die richtigen Haltungen. Nebenbei ist sichergestellt, dass der Schüler überhaupt mitkommt.

Nun ist es aber gar nicht so einfach, den richtigen Lehrer zu finden. Die Schwierigkeit ergibt sich nämlich daraus, dass es sich beim Titel Yoga-Lehrer um keine geschützte Bezeichnung handelt. Letztlich kann sich also jeder Yoga-Lehrer nennen und Yoga-Kurse geben. Dabei ist sehr wichtig, dass der Lehrer verständlich anleiten kann und Fehlhaltungen sofort erkennt und korrigiert.

Zudem sollte der Lehrer Vorerkrankungen und körperliche Einschränkungen abfragen, einzuordnen wissen und in seinem Trainingsplan berücksichtigen. Wer sicherstellen möchte, dass er einen qualifizierten Yoga-Lehrer findet, kann sich an den Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland, kurz BDY, wenden. Auf der Internetseite des Verbandes gibt es eine Datenbank mit Yoga-Lehrern.

Um als Mitglied in den Verband aufgenommen zu werden, muss der Yoga-Lehrer entweder eine Ausbildung vorweisen, die zwei Jahre lang gedauert und mindestens 500 Unterrichtseinheiten umfasst hat, oder aktuell eine Ausbildung als “Yogalehrer/in BDY/EYU” absolvieren. Hat der Yoga-Neuling bereits einen Yoga-Lehrer gefunden, kann er ihn bitten, sein Ausbildungs-Zertifikat vorzulegen und über seine Ausbildung sowie seine Yoga-Praxis zu erzählen.

Entscheidend ist aber nicht nur die Qualifikation. Die beste Ausbildung bringt letztlich nichts, wenn es an Sympathie fehlt. Beim Yoga ist es unabdingbar, dass sich der Yoga-Schüler wohl und in guten Händen fühlt. Am Ende soll Yoga nämlich eine Wohltat für Körper, Geist und Seele sein.

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Veröffentlicht von

Manfred Laue & Hong Cian Shok

Hier schreiben Manfred Laue, geboren 1964, reisender Geschäftsmann im asiatischen Raum, sowie Hong Cian Shok Baujahr 1988, Backpacker wohnhaft in Deutschland, der jedes Jahr sich mehrere Wochen in Asien aufhält. Wir möchten Wissenswertes über Reiseziele, Kulturen und Wirtschaft vermitteln.

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