Typische Begrüßungsrituale in Asien

Einige typische Begrüßungsrituale in Asien 

Viele, die eine private oder geschäftliche Reise nach Asien planen, bereiten sich im Vorfeld darauf vor. So werden Landkarten, Reiseführer und Wörterbücher studiert, um zumindest auf die wichtigsten Situationen vorbereitet zu sein und nicht in jedes Fettnäpfchen zu treten, das sich möglicherweise bieten könnte.

Schließlich ist Asien bekannt für seine vielfältigen Traditionen und die meisten wissen, dass es oft kleinste Nuancen sind, die über gutes und schlechtes Benehmen entscheiden. 

Dennoch sind es oft gerade die einfachsten Alltagssituationen, die für Unsicherheit sorgen. Ein Beispiel hierfür ist die Begrüßung, die je nach Land recht unterschiedlich ausfallen kann.

 

Damit zumindest diese Stolperfalle elegant gemeistert werden kann, hier einige typische Begrüßungsrituale in Asien in der Übersicht:

 

Das Begrüßungsritual in Asien im Allgemeinen

In vielen Ländern Asiens ist eine Verbeugung als Geste der Begrüßung üblich. Als Tourist ist es jedoch besser, die Verbeugung nicht nachzuahmen, sondern es bestenfalls bei einem Kopfnicken zu belassen. Für europäische Augen sind die Nuancen im Hinblick auf die Körperhaltung und die Tiefe der Verbeugung nämlich kaum zu erkennen, für einen Asiaten kommen dadurch aber sehr unterschiedliche Formen der Wertschätzung zum Ausdruck.

Vor allem in westlich beeinflussten Ländern haben sich viele Asiaten mittlerweile angewöhnt, europäischen Gästen die Hand zur Begrüßung zu reichen. In diesem Fall wiederum sorgt es für Verwunderung, wenn es der Gast bei der Begrüßung bei einem Kopfnicken belässt. Allerdings sollte der Gast dann darauf achten, sein Gegenüber nicht mit einem kräftigen Händeschütteln zu begrüßen, sondern die Hand nur ganz leicht und kurz zu drücken.

Neben Höflichkeit spielen in Asien Hierarchien eine sehr wichtige Rolle. Anders als hierzulande, wo üblicherweise Frauen zuerst begrüßt werden, ergibt sich die Reihenfolge in Asien immer aus der Rangfolge. Das bedeutet, zuerst werden die Ranghöchsten und Ältesten begrüßt, danach diejenigen, die sozial gleichgestellt sind. Das Geschlecht spielt dabei keine Rolle. Bei der Vorstellung wird zudem immer der Nachname zuerst genannt, danach folgen der Titel und der Vorname.

Im Gespräch wird dann auch der Nachname benutzt, das Ansprechen mit dem Vornamen ist eher unüblich.  Bei einer Reise nach Asien ist außerdem ratsam, eine größere Menge an Visitenkarten mitzunehmen, denn das Austauschen der Visitenkarten gehört in vielen Ländern Asiens fest zum Begrüßungsritual.

Dabei werden die Visitenkarten mit beiden Händen übergeben und auch mit beiden Händen in Empfang genommen. Anschließend werden die Karten ein paar Sekunden lang aufmerksam betrachtet und erst danach weggesteckt. Dabei wiederum sollten die Visitenkarten nicht in die Hosentasche gesteckt werden, denn dies gilt vor allem in China und Singapur als sehr unhöflich.  

 

Der Knicks zur Begrüßung

In Thailand und Indonesien, teilweise aber auch im asiatischen Teil der Türkei ist ein Knicks zur Begrüßung und zur Verabschiedung üblich. Meist sind es dabei die Frauen, die diese Geste anwenden. Der Knicks ist ein Zeichen von Höflichkeit und drückt gleichzeitig den Dank aus.

Ein Gast sollte allerdings auf einen Knicks als Antwort verzichten, vor allem dann, wenn der Gast männlich ist. Der asiatische Gesprächspartner wird sich über einen Knicks wundern und nicht verstehen können, weshalb der Gast ihm dankt.

Der Wai in Thailand

Der Wai ist eine Geste, die in erster Linie in Thailand angewandt wird, um sich zu begrüßen, sich zu verabschieden, jemandem Respekt zu zollen oder sich zu bedanken. Beim Wai werden die Hände bei einer gleichzeitigen leichten Verbeugung flach vor dem Körper aufeinandergelegt.

Nun gibt es aber je nach Gegenüber und Gesellschaftsschicht verschiedene Varianten, wie der Wai ausgeführt wird. Als Grundregel dabei gilt, dass die gefalteten Hände umso höher gehalten werden, je mehr Respekt ausgedrückt werden soll. Begrüßen sich beispielsweise zwei gleichrangige Personen, befinden sich die Daumen in Höhe des Kinns. Um eine höher gestellte Peron zu begrüßen, werden die Daumen in Höhe der Unterlippe platziert.

Der Gruß von einer niedriger gestellten Person hingegen wird lediglich mit einem Lächeln oder einem Nicken quittiert, denn ein Wai als Reaktion würde Hohn bedeuten. Um hier in kein Fettnäpfchen zu treten, sollte der Tourist von einem Wai als Begrüßung aber besser absehen.  

 

Das Händeschütteln in Russland

In Russland und in den meisten Staaten der früheren Sowjetunion gilt ein kräftiger Handschlag als übliches Begrüßungsritual. Allerdings findet dies nur zwischen Männern statt. Einer Frau die Hand zu schütteln stellt sowohl im privaten wie im beruflichen Bereich die absolute Ausnahme dar.

Eine weitere Besonderheit ist, dass die Begrüßung niemals über eine Türschwelle hinweg erfolgt. Das bedeutet, bei der Begrüßung steht weder eine Person drinnen und eine draußen noch stehen beide gemeinsam auf der Türschwelle.

Beide Varianten gelten nämlich als ein Zeichen, das Unglück bringt.

 

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