Typisch Thailand – 9 Besonderheiten, die Reisende kennen sollten

Typisch Thailand – 9 Besonderheiten, die Reisende kennen sollten

Thailand liegt über 8.500 Kilometer von Deutschland entfernt. Kein Wunder, dass dort viele Dinge anders sind. Wir nennen neun Besonderheiten, die typisch thailändisch sind und die Reisende kennen sollten, um vorbereitet zu sein und Fettnäpfchen zu vermeiden.

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Typisch Thailand - 9 Besonderheiten, die Reisende kennen sollten

  1. Benutztes Toilettenpapier gehört in den Mülleimer.

Toilettenpapier wird in Thailand nicht in die Toilette geworfen und heruntergespült, sondern im Mülleimer entsorgt. Viele Abwasserrohre sind dafür nämlich nicht ausgelegt. Die Folge wären ständige Verstopfungen.

Traditionell wird in Thailand übrigens gar kein Toilettenpapier verwendet. Stattdessen wird der Körperbereich nach dem Geschäft mit Wasser gesäubert. Aus diesem Grund hängt neben jeder Toilette ein Wasserschlauch.

Und traditionell gibt es auch keine Sitztoiletten. Stattdessen wird das Geschäft im Stehen über einem Loch oder einer Abflussrinne im Boden erledigt.

Während Hotels schon lange auf die Gewohnheiten internationaler Gäste umgestellt haben, werden auch in öffentlichen Toiletten zunehmend Sitzklos installiert. Wirklich anfreunden können sich die Thais damit aber nicht.

Daher finden sich auf den Klobrillen häufig Fußabdrücke. Sie rühren daher, dass einige Thais kurzerhand auf die Toilette klettern, um ihr Geschäft nach wie vor im Stehen zu verrichten.

  1. Die Schuhe bleiben vor der Tür.

Vor Wohnungen, Geschäften, Restaurants und vor allem Tempeln werden in Thailand die Schuhe ausgezogen. Manchmal gibt es eigens Schilder, die auf das Ausziehen der Schuhe hinweisen. Ansonsten zeigen die vielen Schuhe vor der Tür die Gepflogenheit an.

Dass die Schuhe draußen bleiben, hat zum einen hygienische Gründe. Schließlich muss der Straßendreck nicht in die Räume getragen werden. Zum anderen ist es ein Zeichen von Respekt den Bewohnern gegenüber.

Vor großen Tempeln gibt es sogar spezielle Systeme mit nummerierten Schuhregalen. Dadurch ist sichergestellt, dass jeder seine Schuhe wiederfindet.

  1. Um die Preise zu feilschen, ist normal.

Handeln ist fast schon ein Bestandteil der thailändischen Kultur. Auf Märkten und auf Straßenständen kann der Reisende durch gutes Verhandeln viel Geld sparen. Wichtig ist aber, immer freundlich und fair zu bleiben.

Denn lautstarke Streitigkeiten würden dazu führen, dass der Händler sein Gesicht verliert.

In Geschäften, in denen Preisschilder an der Ware hängen, wird nicht gehandelt. Gleiches gilt für das Essen in Restaurants und Lebensmittel in Supermärkten. Hier gelten Festpreise.

  1. Die Königsfamilie wird verehrt.

Ein echtes Tabu in Thailand ist, auf Geld zu treten, das auf dem Boden liegt. Denn auf dem Geld ist der König abgebildet. Generell verehren die Thais ihren König und seine Familie sehr.

In praktisch jedem Geschäft und Restaurant hängt ein Foto des Staatsoberhaupts. An besonderen Tagen werden am Straßenrand kleine Altäre zu Ehren des Königs aufgebaut.

Und im Kino stehen alle auf, wenn vor dem Film das Königslied erklingt und Bilder aus dem Leben des Monarchen auf der Leinwand erscheinen.

Diese Verehrung mag für den Reisenden seltsam anmuten. Trotzdem sollte er sich respektvoll verhalten und bei bestimmten Aktionen, wie dem Aufstehen im Kino, einfach mitmachen.

  1. Helle Haut ist schön.

Während wir sonnengebräunte Haut mit Sommer, Urlaub und Erholung in Verbindung bringen, gilt in Thailand helle Haut als Schönheitsideal. Dafür sind die Thais auch bereit, ordentlich zu schwitzen.

Um die Haut vor der Sonne zu schützen, tragen sie selbst bei sehr hohen Temperaturen lange Kleidung.

Außerdem gibt es eine riesige Auswahl an Produkten mit Whitening-Effekt. Neben Cremes, Lotionen und Puder sind sogar Deos mit aufhellender Wirkung erhältlich.

  1. Jeder Thai hat seinen Hausgeist.

Vor nahezu jeder Haustür steht ein kleiner Schrein. Darin wohnt der Phra Phum, der Hausgeist, der der wahre Eigentümer des Hauses oder Grundstücks ist.

Und weil der Hausgeist bei Laune gehalten werden muss, damit er wohlgesonnen bleibt, wird sein Schrein regelmäßig mit kleinen Geschenken, leckeren Speisen und erfrischenden Getränken bestückt.

Etwas schwieriger gestaltet sich ein Umzug. Um den Hausgeist dazu zu bewegen, mitzukommen, werden größere Zeremonien veranstaltet. Dabei spielen dann Räucherstäbchen eine zentrale Rolle.

  1. Bunte Tücher und Phallus-Symbole sind Opfergaben.

Bunte Tücher sind einerseits Geschenke für Geister und markieren andererseits die Orte, an denen die Geister wohnen. Tücher, die um große Bäume gebunden sind, sind zum Beispiel ein Hinweis auf Buddha-Bäume.

In den Buddha-Bäumen sind gute Geister daheim und schützen die Stadt vor Katastrophen. Die Tücher am Bug eines Bootes wiederum sollen die Wassergeister freundlich stimmen und eine ruhige See erreichen.

Ein ungewöhnliches, für Thailand aber typisches Bild sind auch Schreine, in denen jede Menge Penisse stehen. Die Phallus-Symbole sind ebenfalls Opfergaben. Meist richten sie sich an weibliche Götter mit der Bitte um Fruchtbarkeit.

  1. Manchmal ist Flunkern unvermeidbar.

Ein wichtiger Begriff in der thailändischen Kultur ist Sia Naa, was übersetzt Gesichtsverlust bedeutet. Situationen, die für unser Empfinden höchstens etwas unangenehm oder peinlich wären, könnten für Thais bedeuten, dass sie ihr Gesicht verlieren.

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Damit genau das nicht passiert, haben Thais praktisch immer ein freundliches Lächeln auf den Lippen.

Außerdem lässt es sich manchmal nicht vermeiden, ein wenig zu flunkern. Hinter dem Schwindel steht aber keineswegs eine böswillige Lüge.

Nur wäre es fatal, wenn der Reisende zum Beispiel nach dem Weg fragt und ein Thai darauf keine Antwort geben könnte. Also wird er lieber flunkern und den Reisenden irgendwohin schicken.

  1. Der Verkehr ist nichts für schwache Nerven.

Der Verkehr auf Thailands Straßen kann eine echte Herausforderung sein. Vor allem die Hauptstraßen sind so gut wie immer überfüllt und zwischen den Massen an Autos schlängeln sich Busse, Tuk-Tuks und jede Menge Roller hindurch. Erschwerend kommt dazu, dass in Thailand Linksverkehr herrscht.

Möchte sich der Reisende einmal hinters Steuer setzen, muss er also umdenken. Ratsam ist, sich frühzeitig einzuordnen, wenn er abbiegen will.

Außerdem sollte er immer um sich herumschauen, denn vor allem Rollerfahrer können mal von rechts und mal von links überholen, je nachdem, wo eben gerade eine Lücke ist.

Und der Reisende sollte auf die Verkehrspolizisten achten. Sie tragen eine braune Uniform und geben vor, wer wann wohin fahren darf. Was Ampeln oder Straßenschilder besagen, spielt dann keine Rolle.

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Hier schreiben Manfred Laue, - reisender Geschäftsmann im asiatischen Raum, sowie Hong Cian Shok - Backpacker wohnhaft in Deutschland, der jedes Jahr sich mehrere Wochen in Asien aufhält, sowie Christian Gülcan, mit Erfahrung aus 10 Jahren im Lebensmittel-Großhandel und Belieferung an asiatische Gastronomie, Betreiber und Redakteur dieser Webseite. Wir möchten Wissenswertes über asiatische Reiseziele, Kulturen und Wirtschaft vermitteln.

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