Die bekanntesten Figuren aus Chinas Mythologie

Kulturwissen: Einige der bekanntesten Figuren aus Chinas Mythologie  

Chinas Mythologie umfasst eine Vielzahl an faszinierenden Wesen und beeindruckenden Geschichten. Die große Vielfalt erklärt sich durch die vielen, sehr unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, die im Laufe der Jahrhunderte in China lebten und immer auch eigene Sagen und Legenden hervorbrachten.

Mündliche Überlieferungen der Mythen lassen sich bis in die Zeit der Shang-Dynastie zurückverfolgen, erste schriftliche Aufzeichnungen gab es ab etwa 500 vor Christus. 

Schon bei diesen frühen Aufzeichnungen wurden die Legenden aber mitunter ein wenig abgeändert, um auf diese Weise geschichtliche oder politische Ereignisse in eine interessante und farbefrohe Form zu bringen. Ursprünglich sind die Wurzeln der chinesischen Mythologie hingegen im Ahnenkult und im Schamanismus zu finden.

 

Im Sinne von Kulturwissen stellt die folgende Übersicht einige der schönsten Geschichten und bekanntesten Figuren aus Chinas Mythologie vor:  

 

Chang‘e

Der Jadekaiser hatte zehn Söhne, die sich eines Tages in Sonnen verwandelten, weil sie die Erde in Brand stecken wollten. Also bat der Kaiser den Bogenschützen Houyi, neun seiner Sohne abzuschießen. Den zehnten Sohn sollte er am Leben lassen.

Houyi tat, wie es ihm befohlen wurde, aber weil der Kaiser in tiefe Trauer über den Verlust seiner Söhne verfiel, verbannte er Houyi und dessen Ehefrau Chang‘e und bestrafte die beiden mit dem Verlust der Unsterblichkeit. Houyi erhielt daraufhin von der Königinmutter des Westens die Medizin der Unsterblichkeit, gleichzeitig warnte sie ihn aber davor, mehr als die Hälfte der Medizin zu trinken. Houyi versteckte das Fläschchen mit der Medizin.

Als seine Frau die Medizin entdeckte, trank sie das ganze Fläschchen auf einmal leer. Daraufhin wurde sie leicht wie eine Feder und stieg zum Mond auf. Die Mondgöttin Chang‘e ist damit ein Stück weit das Pendant zu unserem Mann im Mond.  

 

Daji

In der Mythologie Chinas gibt es sehr viele Geschichten, die von Geistern und Dämonen erzählen, die sich Menschen bemächtigen. In einer dieser Geschichten spielt Daji eine Hauptrolle. Das bezaubernde, sanftmütige Mädchen und Tochter eines Generals wurde dazu gezwungen, einen Tyrannen zu heiraten.

In sie fuhr ein neunschwänziger Fuchsgeist, der ihr Gemüt genauso grausam und brutal machte, wie das ihres unliebsamen Ehemannes. Zusammen rief das Paar eine Dynastie ins Leben, die von Brutalität und totalitärer Macht geprägt war.

Nach dem Tod ihres Mannes wurde dem Mädchen der Fuchsgeist, der es zu einer Fuchsfee gemacht hatte, wieder ausgetrieben, woraufhin Daji auch ihr sanftes, bezauberndes Wesen zurückerhielt.  

 

Gong Gong

Gong Gong ist ein gehörnter Dämon, der Kaiser Yao, einen der fünf chinesischen Urkaiser, bekämpfte. Nachdem der Dämon den Kampf um den Thron des Himmels gegen den Kaiser verloren hatte, wurde Gong Gong so wütend, dass er seinen Kopf gegen den Berg Buzhou schmetterte. Dieser Berg war einer der Stützpfeiler des Himmels und durch den Aufprall stürzte ein Teil des Horizonts ein.

In der Folge verschoben sich der Himmel und die Erde, es kam zu Überschwemmungen und die Menschen mussten großes Leid ertragen. Göttin Nüwa sah das Elend und um zu verhindern, dass Himmel und Erde vollständig zusammenbrechen, schnitt sie einer riesigen Schildkröte ein Bein ab und verwendete es als neuen Stützpfeiler.

Das Bein bewährte sich zwar als Ersatz, war allerdings etwas niedriger als Berg. Aus diesem Grund steht der Horizont seitdem schräg und Sonne, Mond und Sterne bewegen sich nach Nordwesten. Die Flüsse in China hingegen fließen seit diesem Tag alle nach Südosten in Richtung Pazifik.  

 

Kuan Yin

Um Kuan Yin ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden, die in sehr unterschiedlichen Versionen erzählt werden. Eine besonders schöne Geschichte ist dabei folgende. Göttin Kuan Yin lebte einst zusammen mit allen Geschöpfen auf der Erde. Sie brachte ihnen bei, wie sie leben mussten, und lehrte sie, respektvoll miteinander umzugehen.

Gab es Meinungsverschiedenheiten oder Streitigkeiten, wurde sie um Rat gefragt und es wurde immer eine Lösung gefunden, mit der alle glücklich zusammenleben konnten. Eines Tages kam jedoch der Tag, an dem Kuan Yin in den Himmel zurückkehren musste. Zunächst trauerten die Lebewesen, im Laufe der Zeit gab es immer mehr Feindseligkeiten. Dreimal musste die Göttin auf die Erde zurückkommen, um die Streitigkeiten zu schlichten.

Die Geschöpfe baten die Göttin, auf sie aufzupassen und sie im Auge zu behalten. Also rieb die Göttin zuerst über ihr Gesicht und strich mit ihren Händen anschließend über das Gefieder eines großen braunen, unscheinbaren Vogels. Daraufhin war auf jeder der 100 Schwanzfedern des Vogels ein bunt leuchtendes Auge zu sehen. Dieser Pfau sollte den Geschöpfen fortan helfen.   

 

Qilin

Das Qilin ist ein Fabeltier, das zusammen mit dem Drachen, dem Phönix und der Schildkröte zu den vier Wundertieren gehört. Mitunter wird es mit dem Einhorn verglichen, auch wenn es völlig anders aussieht. Das Qilin hat den Kopf eines Drachens, die Hufe eines Ochsen, den Schwanz eines Löwen und den Bart eines Karpfens. Es trägt ein Hirschgeweih und sein Körper ist mit Drachen- und Fischschuppen bedeckt.

Es ist ein sehr friedliches Tier, das Liebe, Güte und Gerechtigkeit verkörpert, sich nur von Pflanzen ernährt und selbst das Gras, über das es läuft, nicht zertrampelt. Wenn ein Qilin erscheint, deutet dies auf die Ankunft eines weisen Herrschers hin.

Zu Zeiten des Konfuzius wurde ein Qilin eingefangen. Weil das Volk das Tier jedoch nicht kannte und ein schlechtes Zeichen vermutete, wurde das Qilin getötet. Konfuzius war darüber so betrübt, dass er alle Hoffnung verlor und sein historisches Buch, an dem er gerade gearbeitet hatte, nie vollendete.

 

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