Ausführlicher Reiseführer für Myanmar, 5. Teil

Ausführlicher Reiseführer für Myanmar, 5. Teil

Lange Zeit war Myanmar isoliert. Als Reiseziel haben deshalb nur wenige das asiatische Land auf dem Schirm. Dabei beeindruckt Myanmar mit malerischen Landschaften, schier unzähligen Tempeln, einer eindrucksvollen Kultur und überaus offenen und herzlichen Gastgebern. Weil der Tourismus noch in den Kinderschuhen steckt, muss der Reisende zwar auf etwas Komfort verzichten. Doch im Gegenzug hat er die Chance, ein wunderschönes Land fernab der typischen Touristenziele kennenzulernen.

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Ausführlicher Reiseführer für Myanmar, 5. Teil

Als Vorgeschmack haben wir einen sehr ausführlichen Reiseführer erstellt, der gleichzeitig bei der Planung eines Aufenthalts in Myanmar hilft. In diesem Teil geben wir Tipps zu den Verhaltensregeln, die der Reisende beachten sollte:

Die Sicherheit in Myanmar

Insgesamt ist Myanmar ein sehr sicheres Reiseland. Die Kriminalitätsrate ist niedrig und gegenüber Touristen kommt es nur äußerst selten zu Vorfällen. Zwar gibt es natürlich überall schwarze Schafe und ein bisschen Umsicht hat noch nie geschadet.

Trotzdem wird der Reisende eher erleben, dass ihm jemand mit seinem liegen gelassenen Geldbeutel hinterherläuft, als dass er bestohlen wird.

Vor allem in den Regionen, in denen sich öfter Touristen aufhalten, scheint alles sehr friedlich. Allerdings gibt es in Myanmar nach wie vor Gegenden, in denen gekämpft wird. Vor allem im Norden des Landes, in den Staaten Shan und Rakhine, flammen immer wieder Auseinandersetzungen auf, die in blutigen Gefechten enden. Solche Gegenden sind für den Reisenden absolut tabu.

Die Verständigung vor Ort

Mit Englisch klappt die Verständigung in Myanmar recht gut. Mit Deutsch wird der Reisende nicht weit kommen, aber zur Not geht es auch mit Händen und Füßen.

Natürlich ist es nie verkehrt, wenn der Reisende ein paar Wörter in der Landessprache beherrscht. Auf die Schnelle Birmanisch zu lernen, ist aber gar nicht so einfach.

Andererseits hat der Reisende schon viel gewonnen, wenn er zumindest „Guten Tag“ und „Vielen Dank“ sagen kann. „Guten Tag“ heißt auf birmanisch „Mingalarbar“, „vielen Dank“ ist „Jay zu tin bar deh“ und wird Dschässu Tinbardeh ausgesprochen.

Allgemeine Regeln für respektvolles Verhalten

Gegenüber Gästen sind die Einheimischen sehr aufgeschlossen, tolerant und überaus freundlich. Sie nehmen Besucher herzlich in Empfang und verhalten sich respektvoll. Allein schon deshalb sollte es selbstverständlich sein, der Gastfreundlichkeit ebenso tolerant und höflich zu begegnen.

Wie in vielen asiatischen Ländern ist es auch in Myanmar üblich, ruhig zu bleiben und freundlich zu lächeln. Die Stimme zu erheben, gilt als extrem unhöflich und unangemessen. Denn es gehört sich einfach nicht, sich so aufzuführen, dass jemand sein Gesicht verliert.

Mit lautem Schimpfen kommt der Reisende deshalb kein Stück weit weiter. Besser ist, wenn er ruhig und mit einem freundlichen Lächeln sein Anliegen schildert. Dann wird sich immer eine Lösung finden.

Die Kleidung

Vor allem bei Frauen spielt die Kleidung eine große Rolle. Für die einheimischen Damen ist es undenkbar, Röcke oder Hosen zu tragen, die über dem Knie enden. Auch T-Shirts, die die Schultern nicht bedecken oder einen sehr tiefen Ausschnitt haben, werden in ihren Kleiderschränken kaum zu finden sein.

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In Bagan, am Inle See und in anderen Touristenorten dürfte der Anblick von leicht bekleideten Touristen zwar inzwischen gewohnter sein. Doch in abgelegeneren Gegenden sollte sich die Reisende anpassen und Kleidung wählen, die Knie und Schultern bedeckt.

In Tempeln und Pagoden ist lange Kleidung ohnehin ein Muss. Alles andere wäre überaus respektlos. Möchte die Reisende nicht auf Shorts oder ein luftiges Top verzichten, sollte sie zumindest ein großes Tuch mitnehmen, das sie sich beim Besuch eines Tempels umhängen kann.

Außerdem ist es in Myanmar üblich, Tempel und Pagoden barfuß zu betreten. Sowohl die Schuhe als auch die Socken werden ausgezogen. In Wohnungen, Hotelzimmern und teilweise sogar Geschäften bleiben die Schuhe ebenfalls draußen. Ratsam ist deshalb, Sandalen oder Flipflops einzupacken, in die der Reisende jederzeit bequem hineinschlüpfen kann.

Ärmellose T-Shirts, Tops mit Spaghetti-Trägern, kurze Shorts und Miniröcke sind in Myanmar nicht üblich. Längere und dünne Kleidung gehört aber ins Reisegepäck. Gleiches gilt für einen warmen Pullover oder eine Jacke, falls es nachts kühl wird oder der Reisende in einem Bus mit Klimaanlage unterwegs ist.

Der Stromadapter kann übrigens daheim bleiben. Denn europäische Stecker passen in die Steckdosen in Myanmar. Frauen sollten sich einen Vorrat an Tampons oder Binden mitnehmen, denn solche Artikel sind nur schwer zu bekommen. Auch Sonnencreme gibt es kaum und wenn, dann nur zu sehr hohen Preisen.

Fotos

Die meisten Einheimischen freuen sich, wenn sie auf einem Urlaubsfoto verewigt werden. Trotzdem sollte der Reisende nicht einfach die Kamera zücken und drauf los fotografieren. Stattdessen sollte er immer vorher fragen.

Dazu reicht es schon, wenn er auf die Kamera zeigt und lächelt oder nickt. Möchte eine Person nicht abgelichtet werden, muss der Reisende das akzeptieren.

Vor Buddha-Statuen knien sich die Einheimischen in aller Regel hin. Diese Geste ist ein Zeichen der Verehrung und des Respekts. Möchte der Reisende eine Statue fotografieren, sollte er sich deshalb entweder ebenfalls hinknien oder sich irgendwo am Rand hinter den Gläubigen positionieren.

Kinder

Hierzulande ist es eine liebevolle Geste, einem Kind über den Kopf zu streicheln. In Myanmar hingegen wäre das ein sehr respektloses Verhalten, das der Reisende unbedingt unterlassen sollte.

Sehr wichtig ist zudem, Kindern nichts abzukaufen oder ihnen Geld zu geben. Auch wenn die Kleinen nach Euro fragen, die sie gegen Kyat eintauschen möchten, sollte der Reisende hart bleiben.

Denn viele Familien schicken ihre Kinder auf die Straße statt in die Schule, um die Haushaltskasse aufzubessern. Doch ohne Bildung werden es die Kinder später umso schwerer haben.

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Hier schreiben Manfred Laue, geboren 1964, reisender Geschäftsmann im asiatischen Raum, sowie Hong Cian Shok Baujahr 1988, Backpacker wohnhaft in Deutschland, der jedes Jahr sich mehrere Wochen in Asien aufhält, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite. Wir möchten Wissenswertes über Reiseziele, Kulturen und Wirtschaft vermitteln.

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