5 asiatische Länder, 5 andere Sitten

5 asiatische Länder, 5 andere Sitten

“Andere Länder, andere Sitten” – so lautet eine alte Weisheit. Und wie es oft bei alten Redewendungen der Fall ist, hat auch diese Weisheit einen wahren Kern. Denn es ist tatsächlich so, dass jedes Land seine eigene Kultur hat und damit auch seine eigenen Sitten, Gebräuche und Traditionen pflegt. Einerseits sind es gerade diese kulturellen Unterschiede, die Reisen in fremde Länder so faszinierend und lehrreich machen.

5 asiatische Länder, 5 andere Sitten

Doch andererseits können einige Sitten und Verhaltensweisen auch zu einem kleinen Kulturschock führen. Außerdem bergen sie das eine oder andere Fettnäpfchen, in das der Gast versehentlich treten kann.

Um die Gastgeber beim nächsten Urlaub nicht vor den Kopf zu stoßen, sollte sich der Reisende im Vorfeld ein wenig über die Gepflogenheiten in seinem Zielland informieren.

Und um schon einmal einen Anfang zu machen, haben wir frei nach dem Motto “5 asiatische Länder, 5 andere Sitten“ ein paar wissenswerte Fakten zusammengestellt:

Indien

Die indische Gesellschaft ist in Kasten eingeteilt. Dabei wird jeder Mensch gleich bei seiner Geburt einer bestimmten Kaste zugeordnet, in der er auch sein Leben lang bleibt.

Diese Schublade entscheidet dann außerdem darüber, welchen Beruf er ergreifen, welchen Partner er sich aussuchen und zum Teil sogar welchen Wohnort er auswählen kann. Das indische Kastensystem hat seine Wurzeln im Hinduismus und wird vor allem in den ländlichen Regionen auch heute noch sehr streng gelebt.

Im alltäglichen Leben haben die Angehörigen der verschiedenen Kasten nur wenig miteinander zu tun. Doch es gibt eine große Ausnahme: Beim alljährlichen Holi Festival, dem indischen Frühlingsfest, werden aus Fremden Freunde und alle Leute bewerfen sich gegenseitig mit bunt gefärbtem Puder.

Das Farbpulver macht alle Menschen gleich, wodurch auch die gesellschaftlichen Klassen ein paar Tage lang vergessen sind.

Wer zu Gast in Indien ist, sollte außerdem wissen, dass es die Höflichkeit gebietet, beim Betreten von heiligen Stätten und auch von privaten Wohnungen die Schuhe auszuziehen. Beim Essen gibt es ebenfalls Unterschiede. So ernähren sich viele Inder aus religiösen Gründen vegetarisch.

Denn viele Tiere sind heilig. Dazu gehören nicht nur Kühe, sondern beispielsweise auch Elefanten, Affen und sogar Ratten. Gegessen wird oft mit der Hand. Das muss dann aber die rechte Hand sein. Mit der linken Hand zu essen, ist absolut tabu.

China

Was in Deutschland kaum vorstellbar wäre und als absolut unmögliche Tischmanieren gewertet würde, ist in China erwünscht und gehört zum guten Ton. Laut zu schmatzen, zu schlürfen oder sich am Tisch die Nase zu putzen, zählt als Ausdruck von Respekt von Höflichkeit.

Sitzt der Gast still am Tisch und gibt er keinerlei Geräusche von sich, bedeutet das nach chinesischem Verständnis, dass es ihm nicht schmeckt. Und wenn er seinen Teller komplett leer isst, signalisiert er, dass er noch Hunger hat. Wer keinen Nachschub möchte, sollte deshalb einen kleinen Rest liegen lassen.

Völlig normal ist außerdem, kräftig auf den Boden zu spucken. Die Chinesen glauben nämlich, dass es nicht gesund ist, die Spucke und den Schleim im Rachen herunterzuschlucken.

Japan

In Japan gibt es so viele Besonderheiten und mitunter etwas skurril anmutende Sitten, dass damit ganze Bücher gefüllt werden könnten. Zwei, drei grundlegende Dinge sollte der Gast aber unbedingt verinnerlichen.

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Ein wichtiger Punkt ist die Begrüßung. Hier ist entscheidend, dass sich der Gast genauso tief verbeugt wie der Gastgeber. Tut er das nicht, fühlt sich der Gastgeber gedemütigt.

Ein anderer Punkt geht darauf zurück, dass die Japaner sehr streng zwischen reinen und unreinen Orten trennen. Aus diesem Grund darf der Gast auf keinen Fall vergessen, seine Straßenschuhe auszuziehen, wenn er eine Wohnung betritt.

Geht er dann auf die Toilette, sollte er die Hausschuhe noch einmal wechseln. In Japan gibt es nämlich in fast jedem Haushalt eigene Toilettenschuhe, die ausschließlich für das stille Örtchen bestimmt sind.

Gut zu wissen ist auch, dass die Japaner nicht den Kopf schütteln, um etwas zu verneinen. Stattdessen wedeln sie in einer ähnlichen Bewegung wie ein Scheibenwischer mit der Hand vor dem Gesicht. Die Geste, die in Deutschland dafür steht, dass jemand verrückt ist, sollte der Gast also nicht falsch verstehen.

Thailand

Dass es in Thailand wunderschön bunt ist und die Einheimischen farbenfrohe Kleidung tragen, hat nicht unbedingt etwas mit dem Modegeschmack zu tun. Vielmehr handelt es sich um eine Tradition, die ihre Wurzeln in der hinduistischen Mythologie hat.

Demnach sind jedem Gott ein Planet und eine Farbe zugeordnet. Nach einer astrologischen Formel ergeben sich daraus dann bestimmte Farben für die einzelnen Wochentage. So ist am Montag Gelb, am Dienstag Rosa und am Mittwoch Grün angesagt.

Orange ist am Donnerstag an der Reihe, Blau am Freitag. Für den Samstag steht Lila und für den Sonntag Rot. Es klappt zwar nicht immer, aber wenn es möglich ist, versuchen die Thailänder, sich farblich passend zum jeweiligen Wochentag zu kleiden.

Russland

Ähnlich wie hierzulande werden auch in Russland zu den verschiedensten Anlässen gerne Blumen verschenkt. Und wer in Deutschland einen Blumenstrauß binden lässt, hört vom Floristen meist die Empfehlung, Blumen in einer ungeraden Anzahl zu kaufen.

Der Grund hierfür ist, dass eine ungerade Anzahl an Blumen optisch als harmonischer wahrgenommen wird.

Auch in Russland sollte ein Blumenstrauß immer aus Blumen in einer ungeraden Anzahl bestehen. Allerdings hat das nichts mit einer ansprechenden Optik zu tun. Der Grund ist vielmehr, dass Blumengebinde in einer geraden Anzahl Beerdigungen vorbehalten und nur anlässlich von Trauerfällen üblich sind.

Außerdem sind gelbe Blumen keine gute Idee. Gelb steht nämlich für Untreue und Missgunst.

Wird jemand als Gast nach Hause eingeladen, sollte er sich am besten vorher schon ein paar nette Worte zurechtlegen. Denn am Tisch gehört es dazu, viele und lange Reden zu halten. So wird zum Beispiel jedes neu erhobene Glas von einem ausführlichen Trinkspruch begleitet.

Und es gibt noch eine interessante Besonderheit:

Die Russen lieben ihre Sauna, die hier Banja heißt, sehr. Deshalb gehört es zum guten Ton, sich nach dem Saunagang oder der anschließenden Dusche von Herzen dazu zu beglückwünschen.

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Hier schreiben Manfred Laue, geboren 1964, reisender Geschäftsmann im asiatischen Raum, sowie Hong Cian Shok Baujahr 1988, Backpacker wohnhaft in Deutschland, der jedes Jahr sich mehrere Wochen in Asien aufhält, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite. Wir möchten Wissenswertes über Reiseziele, Kulturen und Wirtschaft vermitteln.

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