Eindrucksvolle Mongolei – Infos und Tipps, 2. Teil

Eindrucksvolle Mongolei – Infos und Tipps, 2. Teil

Es gibt nicht mehr viele Länder auf dieser Welt, in denen es möglich ist, fernab von jedem Massentourismus echte Ursprünglichkeit zu erleben. Länder, in denen sich unberührte Landschaften so weit erstrecken, wie das Auge reicht und eine einmalige Stille herrscht. Doch eines dieser Länder ist die Mongolei.

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Eindrucksvolle Mongolei - Infos und Tipps, 2. Teil

Für einen Pauschalreisenden, der luxuriöse Hotels, pulsierende Großstädte und eine gut ausgebaute Infrastruktur schätzt, ist das Land des Dschingis-Khan zwar vermutlich nichts. Wer das ostasiatische Land bereist, muss sich darauf einstellen, dass er auf viele alltägliche Annehmlichkeiten verzichten wird.

Doch dafür wird er mit einer grandiosen Natur, einer herzlichen Gastfreundschaft und unvergesslichen Eindrücken belohnt. Eine Reise in die Mongolei ist Urlaub für die Seele und weckt ein neues Lebensgefühl.

In einem zweiteiligen Beitrag stellen wir die eindrucksvolle Mongolei genauer vor. Dabei ging’s im 1. Teil los mit Infos und Tipps zur Hauptstadt Ulan Bator, der imposanten Reiterstatue des Dschingis Khan und dem Orchon-Tal.

Hier ist der 2. Teil!: 

Der Nationalpark Gobi Gurvansaikhan

Die Wüste Gobi ist die drittgrößte Wüste der Welt. Allerdings ist sie keine reine Sandwüste, sondern beherbergt auch Steppen, Gebirge, Salzseen und sogar einen Eisgletscher. Nimmt der Reisende die Transsibirische Eisenbahn in Richtung Peking, kann er sich bequem zurücklehnen und die Wüstenlandschaften an sich vorbeiziehen lassen.

Packt den Reisenden die Abenteuerlust, kann er sich aber auch auf eigene Faust auf den Weg machen. Wanderungen und Reittouren sind genauso möglich wie eine Durchquerung mit dem Geländewagen. Das Campen ist in der Mongolei ebenso erlaubt.

Dadurch hat der Reisende die Chance, die Stille und Einsamkeit der Steppe hautnah zu erleben. Nur er, sein Zelt und der Sternenhimmel – mehr gibt es nicht.

Bekannt ist der Nationalpark zudem für seine großen Dinosaurier Friedhöfe. Einen Besuch davon sollte sich der Reisende nicht entgehen lassen. Und mit Glück kann er bei seiner Tour Schneeleoparden, Gobibären, Wildkamele und andere Tiere in freier Wildbahn beobachten.

Die singenden Dünen

Ein weiteres Highlight sind die Khongoryn Els. Auch bekannt als die singenden Dünen, sind sie die längsten Sanddünen der Mongolei. Um den Gesang zu hören, muss der Reisende die Dünen aber selbst hinaufklettern.

Und das kann ganz schön anstrengend sein. Denn der feinkörnige Sand führt dazu, dass der Reisende einen Schritt nach oben geht und gleich wieder zwei Schritte nach unten rutscht. Doch es lohnt sich, die Zähne zusammenzubeißen und durchzuhalten.

Oben angekommen, kann der Reisende erst einmal innehalten und seinen Blick über die wunderschöne Umgebung schweifen lassen. Je nachdem, wie die Sonne gerade steht, erscheint die Landschaft in immer wieder anderen Farben und Formen.

Und wenn der Reisende dann ein Sandbrett lostritt, fangen die Sandkörner an zu vibrieren und der unvergessliche Gesang der Düne erklingt.

Der Gletscher in der Geierschlucht

Von der Hitze der Wüste kann der Reisende in eine kältere Umgebung wechseln. Die Wüste Gobi hat nämlich als einzige Wüste der Welt auch einen mit Eis überzogenen Gletscher zu bieten. Er befindet sich mitten in der Wüste in der Yolin Am, der Geierschlucht.

Vom Parkplatz aus geht es zu Fuß weiter. Dabei führt der schmale Weg zwischen immer höheren Felswänden hindurch. Teilweise sind die kargen Gebirgswände bis zu 400 Meter hoch.

Nach einiger Zeit erreicht der Reisende dann das Eis und kann die fast unwirkliche Landschaft genießen. Ist er mutig, kann er noch etwas weitergehen und sich auf das Eisplateau wagen.

Ein Besuch bei den Nomaden

Die Mongolen sind auch heute noch ein Nomadenvolk und ziehen mit ihren Tieren durch die Weiten der Steppe. Dabei wohnen sie in traditionellen Jurten, die auf mongolisch Ger heißen.

Die kleinen, runden Zelte kennzeichnen sich zum einen dadurch, dass sie schnell und einfach auf- und abgebaut werden können. Zum anderen steht in der Mitte ein Holzofen, der als Kochstelle und Heizung dient.

Der Reisende kann entweder in einem Camp übernachten, das oft etwas besser ausgestattet ist. Oder er wird Gast bei einer echten Nomadenfamilie. In diesem Fall lernt er nicht nur die Kultur kennen, sondern kommt auch in den Genuss der überwältigenden Gastfreundschaft.

Tipp:

Plant der Reisende den Besuch einer Nomadenfamilie, sollte er kleine Geschenke mitnehmen. Denn in der Mongolei ist es üblich, die Gastfreundschaft mit einer Kleinigkeit für die Kinder, zum Beispiel ein paar Süßigkeiten, zu erwidern.

Außerdem sollte der Reisende beim Betreten der Jurte nicht auf die Schwelle treten. Denn nach mongolischem Glauben bringt das der Familie Unglück.

Oft wird der Reisende gleich zu Beginn mit einem Schluck Airag begrüßt. Airag ist das mongolische Nationalgetränk. Es handelt sich dabei um eine gegorene Stutenmilch, die bis zu drei Prozent Alkohol enthalten kann.

Auch eine Art salziger Tee wird häufig gereicht. Der Tee heißt Süteei und wird in einer größeren Schüssel serviert. Die Schüssel wird dann reihum weitergegeben und jeder nimmt einen Schluck daraus.

Zu essen gibt es überwiegend Fleisch. Das Klima in der Mongolei macht es notwendig, das zu verarbeiten, was gerade vorhanden ist. Und dazu gehören in erster Linie Fleischgerichte in allen erdenklichen Varianten, Milchprodukte und Mehlspeisen.

Ein Nationalgericht sind zum Beispiel Buuz. Das sind kleine Teigtaschen mit einer Füllung aus Hackfleisch.

Insgesamt kann die mongolische Küche den deutschen Gaumen durchaus vor eine größere Herausforderung stellen. Trotzdem sollte der Reisende die angebotenen Speisen und Getränke wenigstens probieren. Die Gastgeber machen sich viel Mühe und wären gekränkt, wenn ihr Gast alles sofort ablehnt.

Nach dem Essen ist es üblich, zusammenzusitzen und einen geselligen Abend zu verbringen. Irgendwann werden dann die Lichter gelöscht und alle legen sich schlafen.

Den Aufenthalt bei der Nomadenfamilie wird der Reisende als Abend bei Freunden erleben. Doch auch die Nacht wird ein unvergessliches Erlebnis. Denn in der Steppe wird es stockdunkel.

Nur die Sterne leuchten am Himmel und weil es keine Städte in der Nähe gibt, gibt es auch keine Lichter, die den Sternenhimmel verfälschen. Gleichzeitig legt sich eine einzigartige Stille über die Steppe.

Nach der Übernachtung in einem einfachen Zelt und generell nach einer Reise, die mit einigen Entbehrungen einhergeht, ändert sich der Blick auf viele Dinge, die für uns alltäglich und selbstverständlich sind.

Ein richtiges Bett, eine befestigte Toilette mit Spülung, eine Dusche oder eine Steckdose bekommt wieder einen anderen Stellenwert. Und gerade in unserer hektischen, stressigen Konsumgesellschaft kann so eine Erdung goldwert sein.

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Hier schreiben Manfred Laue, geboren 1964, reisender Geschäftsmann im asiatischen Raum, sowie Hong Cian Shok Baujahr 1988, Backpacker wohnhaft in Deutschland, der jedes Jahr sich mehrere Wochen in Asien aufhält, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite. Wir möchten Wissenswertes über Reiseziele, Kulturen und Wirtschaft vermitteln.

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