Infos und Tipps für eine Reise nach Tibet, Teil 2

Infos und Tipps für eine Reise nach Tibet, Teil 2

Der Himalaya, atemberaubende Landschaften, schier endlose Steppen, kulturelle Schätze und eine allgegenwärtige Spiritualität lassen Tibet zu einem einmaligen Ziel werden. Die abgeschiedene Region, die auch das Dach der Welt genannt wird, übt eine magische Faszination aus und zieht Weltbummler und Abenteurer gleichermaßen in ihren Bann.

Infos und Tipps für eine Reise nach Tibet, Teil 2

Wer nach Tibet reisen möchte, darf aber nicht vor bürokratischen Hürden und einer langen Anreise zurückschrecken. In einem zweiteiligen Beitrag stellen wir die einzigartige Region einmal etwas näher vor. Dabei haben wir in Teil 1 die geographische und politische Zugehörigkeit beschrieben und die Hauptstadt Lhasa erkundet.

Hier sind weitere Infos und Tipps für eine Reise nach Tibet!:

Sehenswerte Orte in Tibet

Der Dalai Lama entstammt dem Gelug-Orden, zu dem die Drei Großen Klöster gehören. Möchte der Reisende alle drei Klöster besichtigen, beginnt er am besten mit dem Sera Kloster. Das Sera Kloster liegt etwa drei Kilometer nördlich von Lhasa. Danach kann er mit dem Drepung Kloster weitermachen, das sich in unmittelbarer Nähe befindet.

Das dritte Kloster ist das Ganden Kloster. Rund 50 Kilometer von Lhasa entfernt, wurde das Kloster auf dem Berg Drog Riboche erbaut. Die drei Stätten kann der Besucher gegen eine Spende besichtigen. Und es loht sich, den Weg auf sich zu nehmen.

Denn in den Klöstern lernt der Besucher den tibetischen Buddhismus näher kennen und bekommt Einblicke in die jahrhunderte alte Kultur Tibets. Außerdem wird der Besucher die tiefen Wurzeln der Religion im Leben der Tibeter hautnah spüren.

Ein weiterer Ort, den sich der Reisende nicht entgehen lassen sollte, ist das Rongpu Tal. Hier steht zum einen das Rongpu Kloster, das das höchste Kloster der Welt ist. Zum anderen kann der Reisende einen grandiosen Ausblick auf die Nordwand des Mount Everest genießen.

Ganz in der Nähe befindet sich übrigens das Mount Everest Base Camp, von dem Bergsteiger zu ihren Expeditionen auf den höchsten Berg der Erde aufbrechen. Das Rongpu Kloster ist eine wichtige Pilgerstätte für die Sherpas, die in Nepal leben.

Sie treten eine tagelange Reise an, um sich für ihren nächsten Aufstieg segnen zu lassen. Denn ihrem Glauben nach dürfen sich nur gesegnete Menschen den Geistern auf dem Mount Everest nähern.

Für einen Tagesausflug von Lhasa ist die Entfernung zum Rongpu Tal zu groß. Besser ist, wenn sich der Reisende ein Hotelzimmer im Tal nimmt. Die Auswahl an Zimmern ist zwar überschaubar und allzu viel Komfort sollte der Reisende nicht erwarten. Die Aussicht auf den gigantischen Berg entschädigt aber mehr als reichlich.

Sehenswert ist außerdem der Berg Kailash. Im Gangdise-Gebirge gelegen, ist der unbestiegene Berg den Tibetern heilig. In seinem Gebiet entspringen nämlich vier große Flüsse. Lange Zeit gehörte die Region rund um den Berg zu den unzugänglichsten Orten weltweit.

Doch obwohl die Anreise sehr beschwerlich war, machten sich jedes Jahr viele Tibeter auf den Weg zu der für sie so wichtigen Pilgerstätte. Inzwischen ist die Infrastruktur etwas besser, denn rund 200 Kilometer entfernt gibt es einen Flughafen.

Die Anreise ist zwar noch immer anstrengend, doch die Mühen lohnen sich. Denn der Berg, der ganzjährig mit Schnee bedeckt ist, alle anderen Berge in der Region überragt und wie eine Pyramide aussieht, schafft ein unvergessliches Bild.

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Die Reise nach Tibet

Wie schon kurz angedeutet, ist eine Reise in die atemberaubende Region nicht ganz einfach. So braucht der Besucher zunächst einmal eine Einreisegenehmigung. Diese muss er beim tibetischen Fremdenverkehrsamt beantragen.

Gleichzeitig muss er einen Fahrer und einen Reiseführer für die Zeit des Aufenthalts in Tibet buchen. Andernfalls kann das Tibet Permit nicht erteilt werden.

Ratsam ist, dass sich der Reisende um die Einreisegenehmigung kümmert, bevor er konkrete Pläne schmiedet. Denn die chinesischen Behörden ändern regelmäßig die Bedingungen, führen Sonderregelungen ein oder verhängen Sperren.

Kann der Reisende kein Tibet Permit vorweisen, darf er die Reise mit dem Flugzeug oder Zug erst gar nicht antreten. Eine gute und rechtzeitige Planung ist deshalb unumgänglich.

Die Einreise nach Tibet kann dann per Flugzeug auf dem Flughafen in Lhasa erfolgen. Direktflüge von Deutschland aus gibt es aber nicht. Stattdessen muss der Reisende mindestens einen Zwischenstopp in China machen, zum Beispiel in Guangzhou, Changsha oder Peking.

Damit die Reise nicht zu anstrengend wird, ist es sinnvoll, zwei oder drei Tage in China zu bleiben und erst dann weiterzufahren.

Ein Flug von Deutschland nach China dauert je nach Ziel zwischen neun und 13 Stunden. Die Tickets für den Hin- und Rückflug kosten im Schnitt um die 500 bis 600 Euro.

Der Weiterflug nach Lhasa dauert dann noch einmal zwei bis fünf Stunden, die Tickets schlagen mit 300 bis 500 Euro zu Buche. Sowohl die Reisedauer als auch die Kosten sind also ordentlich.

Die Alternative zum Flugzeug ist der Lhasa Express. Die Zugfahrt von Peking bis Lhasa dauert zwei Tage. Die Fahrkarten kann der Reisende aber frühestens zehn Tage vorher kaufen. Weil sie sehr beliebt sind, sind sie recht schnell ausverkauft.

Ratsam ist deshalb, dass sich der Reisende im Vorfeld an eine örtliche Agentur wendet, die ihm bei der Reiseplanung hilft. Die Agenturen bieten übrigens auch Komplettpakete an. Das macht die Reisevorbereitungen natürlich wesentlich leichter, erhöht die Kosten aber zugleich entsprechend.

Ein weiterer Aspekt, den der Reisende nicht außer Acht lassen sollte, ist die Höhe. Die Städte in Tibet liegen 4.000 bis 5.000 Meter über dem Meeresspiegel. Im Vergleich dazu liegt die höchste Stadt in Deutschland auf rund 1.200 Höhenmetern, die Zugspitze als höchster Berg ist knapp 3.000 Meter hoch.

Der fehlende Sauerstoff in den Höhenlagen Tibets kann schnell zur sogenannten Höhenkrankheit führen, die sich durch Müdigkeit, Kopfschmerzen und Übelkeit bemerkbar macht.

Wichtig ist deshalb, dass der Reisende seinen Aufenthalt in Tibet ruhig angeht und seinem Körper die Zeit lässt, sich an die Bedingungen zu gewöhnen. Sicherheitshalber sollte sich der Reisende außerdem vorab mit seinem Arzt besprechen.

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Hier schreiben Manfred Laue, geboren 1964, reisender Geschäftsmann im asiatischen Raum, sowie Hong Cian Shok Baujahr 1988, Backpacker wohnhaft in Deutschland, der jedes Jahr sich mehrere Wochen in Asien aufhält, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Webseite. Wir möchten Wissenswertes über Reiseziele, Kulturen und Wirtschaft vermitteln.

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