Tipps für eine Reise nach Ladakh

Tipps für eine Reise nach Ladakh 

Ladakh ist eine weitgehend hochgebirgige, nur dünn besiedelte Region, die nahezu die Hälfte des indischen Bundesstaates Jammu und Kashmir einnimmt. Lakdah war einst ein unabhängiges buddhistisches Königreich, bis es 1681 zu einem Konflikt mit Tibet kam, der mit dem Versuch einer Invasion durch den 5. Dalai Lama endete.

Mit der Unterstützung durch das Mogulreich gelang es den Bewohnern Ladakhs zwar, wieder die Kontrolle über ihr Land zu gewinnen, Ladakh stand fortan aber als Vasall im Dienst des Mogulreichs. 

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Mogulreich als Dienstherr durch Kaschmir abgelöst, 1819 durch den Punjab. 1834 eroberte schließlich Jammu Ladakh, was zur Folge hatte, dass das Land zusammen mit Kaschmir ein Teil von Britisch-Indien wurde.

Heute gehört das Gebiet des ehemaligen Königreichs zu Indien und Pakistan, während der Aksai Chin-Distrik unter der Kontrolle Chinas steht. Ladakh, das sich aus den beiden Verwaltungsdistrikten Kargil und Leh zusammensetzt, ist zweifelsohne ein besonderes Ziel, wenn es um eine Reise nach Asien geht. So ist das Gebiet zum einen für die Schönheit der entlegenen Berge bekannt und zum anderen für die tibetisch-buddhistische Kultur, die der Region auch den Beinamen Klein-Tibet einbrachte.

 

Hier nun also Ladakh als besonderer und wirklich
besuchenswerter Reiseziel-Tipps im Portrait:
 

 

Die Geographie Ladakhs

Ladakh verläuft zwischen den Gebirgsketten des Himalaya und des Karakorum sowie dem oberen Tal des Flusses Indus. Die Täler liegen 3000 Meter über dem Meeresspiegel und sind damit die am höchsten gelegenen Täler in Kaschmir. Die Berge wiederum erreichen Höhen von über 7000 Meter, wobei der Nun mit 7135 Metern und der Kun mit 7077 Meter die beiden höchsten Berge in Ladakh sind. Ladakhs Hauptstadt ist Leh und zählt rund 27.500 Einwohner.

In der Nähe der Hauptstadt befindet sich mit dem Khardong-Pass einer der höchsten befahrbaren Pässe weltweit.  Nachdem die Hauptkette des Himalaya dafür sorgt, dass die indischen Sommermonsune nicht bis nach Ladakh kommen, ist es in der Region etwa so trocken wie in der Sahara. Die Winter sind kalt und sehr windig, aber es gibt kaum Schnee. Der Mangel an Niederschlägen wird durch eine Bewässerung ausgeglichen.

Nicht zuletzt aufgrund des Klimawandels und dem Rückgang der ohnehin nur spärlichen Niederschläge sind in den vergangenen Jahrzehnten aber zahlreiche Seen massiv ausgetrocknet. Einige Seen sind sogar schon zu Salzseen geworden, deren Wasser Nutztiere nicht mehr trinken können und in denen auch keine Fische mehr leben. Auch Gebiete unweit größerer Fließgewässer wie beispielsweise dem Jhelam sind mittlerweile kaum noch bewohnbar.

In den Tälern des Indus, des Zanskar und deren Nebenflüssen wurden Oasen angelegt, in denen Getreide und Gemüse angebaut werden. Viele der Oasen befinden sich im Besitz von Klöstern, die diese auch bewirtschaften. Dabei sind Klöster in Ladakh für dortige Verhältnisse vergleichsweise reich, denn üblicherweise verfügen sie über großen Grundbesitz und werden durch Spenden aus dem Ausland und von Touristen unterstützt.  

 

Die Flora und Fauna in Ladakh

Bereits in den 1870er-Jahren begann Ferdinand Stoliczka, ein Asienforscher, Zoologe, Botaniker und Paläontologe aus Österreich damit, die Tier- und Pflanzenwelt der Region zu erkunden. Die Pflanzenwelt Ladakhs ist dabei geprägt von Sanddorn, Kümmel, Nesselgewächsen und Wildrosen, daneben wachsen aber auch Kapern, Katzenminze, Kugeldisteln, Rhabarber, Meerträubel, Wucherblumen, Steppenrauten und andere Sukkulenten in der Region.

Wachholder ist sowohl in wilder Form als auch in kultivierten Landschaften zu finden. Außerhalb der bewässerten Zonen gibt es zwar zahlreiche Blumen, aber kaum Bäume und die Bäume, die zu finden sind, haben die Bewohner selbst eingeführt. Am häufigsten vertreten sind dabei Schwarz- und Balsam-Pappeln, daneben kommen aber auch Maulbeer- und Walnussbäume, Weiden, Ulmen, Robinien und Zypressen vor. Die Tierwelt Ladakhs wiederum weist große Gemeinsamkeiten mit der Fauna Zentralasiens und teils auch mit der von Tibet auf.

Vogelarten wie Finken, Drosseln, Rotschwänze, Wiedehopfe oder Braunkopfmöwen verbringen die Sommermonate in der Region. An den Gewässern sind Rost- und Streifengänse sowie Schwarzhalskraniche zu finden und auch Tibetkönigshühner, Chukarhühner sowie Bartgeier und Steinadler sind in Ladakh beheimatet. Aus der Ordnung der Paarhufer leben Blauschafe, Sibirische Steinböcke, Argalis und Tibetgazellen in Ladakh.

Außerdem gibt es Tibetantilopen, die als Lieferanten der kostbaren Shahtoosh nach wie vor getötet werden, auch wenn Produktion, Verkauf und Erwerb der sogenannten Königswolle seit 1975 offiziell verboten sind. Im Hemis-Nationalpark sind Schneeleoparden, Eurasische Luchse, tibetische Wölfe, Pfeifhasen, Tibetfüchse, Murmeltiere und Wühlmäuse anzutreffen.   

 

Die Sprache, die Kultur und die Wirtschaft in Ladakh

In Ladakh wird eine Sprache gesprochen, bei der es sich um eine ältere Form der tibetischen Sprache handelt. Anders als in der zentraltibetischen Variante, bei der viele Konsonanten mittlerweile nicht mehr ausgesprochen werden, hat sich die ladakhsche Sprache zahlreiche ursprüngliche Formen bewahrt. Die drei am weitesten verbreiteten Dialekte dabei sind Leh, Shamma und Nubra, wobei insgesamt in Indien und Tibet gut 110.000 Menschen die ladakhsche Sprache sprechen.

Neben der Sprache gibt es große kulturelle und religiöse Gemeinsamkeiten zwischen Ladakh und Tibet, für die der tibetanische Buddhismus die Grundlage bildet. Seit dem 19. Jahrhundert und der Ankunft von evangelischen Missionaren sind in Ladakh aber auch kleine christliche Kirchen vertreten.     

Durch den Fluss Indus ist Ladakh ein wichtiger Knotenpunkt der Handelswege vom Nordwesten Indiens nach Tibet und Turkestan. Selbst die wichtigsten Straßen hingegen sind nur teilweise asphaltiert. Hinzu kommt die abgeschiedene Lage, durch die sich in Ladakh weder Industrie noch Bergbau angesiedelt haben. Lange Zeit war die landwirtschaftliche Selbstversorgung der wichtigste Wirtschaftszweig und die Haupteinnahmequelle vieler Bewohner.

Das Haupthandelsgut ist die hochwertige Kaschmirwolle von Pashmina-Ziegen. Diese leben in Regionen oberhalb vom 4000 Metern und werden von Nomaden versorgt, die die Wolle dann mithilfe von Maultieren, Eseln oder Yaks in die Täler bringen. Der wichtigste Wirtschaftsfaktor heute ist aber der Tourismus. Nachdem der Tourismus in Kaschmir infolge des Kaschmir-Konflikts praktisch zum Erliegen kam, wird der Tourismus in Ladakh von der indischen Regierung gefördert und verhilft zunehmend mehr Bewohnern zu einem Einkommen.

Die Hauptreisezeit nach Ladakh ist zwischen Juni und August. Besonders Naturliebhaber und Abenteurer kommen voll auf ihre Kosten, denn die schier unendlich weiten Landschaften, kombiniert mit glasklarer Luft und einer faszinierenden Stille hinterlassen nachhaltige Eindrücke, die vieles, was in der Zivilisation unentbehrlich scheint, plötzlich völlig unwichtig werden lassen.

Die Kletter- und Trekkingtouren werden dabei in unterschiedlichsten Varianten angeboten, von einfachen Touren für Anfänger und Hobbybergsteiger bis hin zu anspruchsvollen, geführten Touren über mehrere Wochen.

Generell stellt dabei die dünne Luft in den großen Höhen die vermutlich größte Herausforderung dar, während Gepäck und Verpflegung Tieren zum Transport überlassen werden können. Abseits der Wege treffen Reisende immer wieder auf Klöster, die durch ihre sakrale, für den Europäer aber teils verwirrende Atmosphäre beeindrucken. Leh wiederum lässt den Gast in ein buntes Gemisch aus Kulturen, Religionen und Nationen eintauchen.

Hier mal eine Reisedokumentation als Video:

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