Wissenswertes zu Bambus

Spannendes und Wissenswertes zu Bambus 

Bambus gehört zu Asien wie Reis, grüner Tee, Kimonos oder Feng Shui. Aber die wenigsten dürften wissen, wie viel in Bambus wirklich steckt.

Hierzulande ist Bambus vor allem als Zierpflanze und verarbeitet zu Möbelstücken oder chicen Platzsets bekannt, der eine oder andere hat vielleicht auch schon einmal Bambussprossen beim Chinesen um die Ecke gegessen. Aber Bambus ist nicht gleich Bambus.

So sind beispielsweise allein in China über 500 verschiedene Bambusarten heimisch, die teils verholzen und teils nicht. Ausgerechnet der hierzulande sehr beliebte Glücksbambus gehört aber nicht dazu. Der “Lucky Bamboo” ist nämlich in Wirklichkeit kein Bambus, sondern ein Spargelgewächs aus der Gattung der Drachenbäume. Das ändert aber nichts daran, dass Bambus als Rohstoff in Asien eine sehr große Rolle spielt und überaus vielseitig genutzt wird. 

 

Die folgende Übersicht verrät nun Spannendes und Wissenswertes zu Bambus: 

 

Bambus wächst sehr schnell.

Bambus ist ein Gewächs, das sehr schnell wächst. Viele Bambusarten wachsen ein paar Zentimeter pro Woche, einige Sorten können bei optimalen Bedingungen aber sogar bis zu einen Meter pro Tag wachsen.

Zu diesen Sorten gehört beispielsweise der Dendrocalamus brandisii, der bis zu 38 Meter hoch wird und dessen verholzende Halme Durchmesser von bis zu 80 Zentimetern erreichen. Bei den extrem schnell wachsenden Arten dauert es dann gerade einmal vier Monate, bis sie ihre volle Größe erreicht haben.

Geerntet werden sie aber trotzdem erst nach rund drei Jahren, denn erst dann sind sie vollständig verholzt. Verglichen mit Eichen, Buchen und anderen heimischen Holzlieferanten sind drei Jahre allerdings dennoch sehr wenig.  

 

Bambus ist in Asien ein sehr bedeutender Rohstoff.

In Asien wird Bambus auch das grüne Gold genannt und daran ist zu erkennen, welch große Rolle Bambus hier als Rohstoff spielt. Die Halme, die verholzen, kennzeichnen sich durch eine enorme Festigkeit und eine außerordentliche Härte. Gleichzeitig sind sie sehr flexibel und infolge der Hohlräume vergleichsweise leicht. Diese Eigenschaften führen dazu, dass Häuser, Brücken und anderen Bauwerke, die vollständig aus Bambus bestehen, nahezu erdbebensicher sind.

In Asien werden aber nicht nur Gebäude aus Bambus gefertigt. Auch für die Innenausstattung, angefangen bei den Bodenbelägen und Wandverkleidungen über Möbel bis hin zu Wohnaccessoires, ist Bambus ein sehr beliebtes Material. Allerdings hat Bambus einen Schwachpunkt. So ist der Rohstoff recht anfällig gegenüber Pilz- und Insektenbefall und reagiert eher empfindlich auf Feuchtigkeit. 

 

Bambus ist ein sehr guter Brennstoff.

In Form von Holzkohle hat Bambus in Asien eine wichtige Bedeutung als Energieträger. Privathaushalte kochen und heizen mit Bambus-Holzkohle, aber auch die Industrie greift auf diesen Energieträger zurück. Holzkohle aus Bambus brennt etwa zweieinhalbmal länger als Holzkohle aus anderen Hölzern, bei Pellets aus Bambus ist der Energiegehalt sogar rund dreimal höher als bei Pellets aus anderem Brennholz.

In Asien ist Bambus schon seit langem als hervorragende Energiequelle bekannt, weshalb allein China beispielsweise jedes Jahr tonnenweise Bambus-Holzkohle nach Japan exportiert. Inzwischen haben aber auch andere Länder Bambus als Energieträger entdeckt, wodurch die Nachfrage seit einigen Jahren kontinuierlich steigt. In Europa sind dabei vor allem Pellets aus Bambus gefragt. 

 

Bambus ist das Ausgangsmaterial für verschiedenste Gebrauchsgegenstände.

Es ist schon erstaunlich, wie vielseitig Bambus verarbeitet werden kann. So ist es möglich, ganze Häuser und Brücken aus Bambus zu bauen oder die Pflanze als Energieträger zu nutzen. Daneben kommt Bambus bei der Inneneinrichtung zum Einsatz, beispielsweise in Form von Bodenbelägen und Möbelstücken. Genauso werden aus Bambus Wohnaccessoires wie Jalousien für die Fenster, Tischmatten oder Körbe gefertigt.

In Asien findet Bambus zudem für ganz alltägliche Gebrauchsgegenstände Verwendung. So werden aus den äußeren Schichten unter anderem Messerklingen hergestellt, während die Halme als Messerschärfer dienen. In Indonesien wird in Kochtöpfen aus Bambus gekocht, für die Fischerei wiederum werden Reusen aus Bambus geflochten.

Außerdem ist Bambus ein gerne verwendetes Material für Musikinstrumente. Dabei gibt es Trommeln, Saiteninstrumente und verschiedenste Flöten, die aus Bambus bestehen. Aber nicht nur die Bambushalme finden Verwendung, sondern auch die Bambusfedern. Sie liefern das Ausgangsmaterial für beispielsweise Schreibgeräte und Pinsel. 

 

Bambus ist ein beliebtes Lebensmittel in Asien.

Nicht jede Bambusart kann gegessen werden, aber die zum Verzehr geeigneten Sorten werden in Asien gerne und viel verspeist. Besonders beliebt sind dabei die Bambussprossen, die als Gemüse, eingelegt oder als Zutat bei Wokgerichten aus der asiatischen Küche kaum wegzudenken sind.

Roh kann Bambus aber nicht gegessen werden, denn im Fruchtfleisch sind teils giftige Bitterstoffe enthalten, die erst durch das Kochen unschädlich werden. Aus den Bambuskörnern, die ein wenig an Hafer erinnern, wird hauptsächlich Tee gekocht.

Dieser Tee soll unter anderem bei Migräne sehr hilfreich sein. Die Lebensmittelindustrie verwendet außerdem Pulver und Fasern aus Bambus, denn durch sie lässt sich der Kaloriengehalt eines Lebensmittels senken. In Europa ist die Verwendung von Bambuspulver und Bambusfasern in Nahrungsmitteln allerdings nicht zulässig. 

 

Bambus wird in der Medizin verwendet.

Vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) spielt der Bambus eine große Rolle. Die TCM arbeitet hauptsächlich mit Bambussprossen, denn sie enthalten viel Kieselsäure. Kieselsäure wiederum soll den Zellstoffwechsel ankurbeln, das Bindegewebe stärken, das Immunsystem kräftigen und sowohl bei körperlichen Beschwerden als auch bei psychischen Erkrankungen eine heilsame Wirkung entfalten. Auch die westliche Medizin arbeitet deshalb gerne mit Kieselsäure.

In Indien wird ein Bambusextrakt verwendet, um hauptsächlich Asthma und Lepra zu behandeln. Die Bitterstoffe, die in den Bambusblättern enthalten sind, finden in erster Linie bei äußerlichen Anwendungen und in Kosmetikprodukten Verwendung.

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