Nang Kwak und Maneki-Neko Glücksbringer aus Asien

Nang Kwak und Maneki-Neko: 2 Glücksbringer aus Asien 

Jede Kultur, jedes Land und manchmal sogar jede Region hat ihre eigenen Glücksbringer. Hierzulande sollen beispielsweise das vierblättrige Kleeblatt, das Glücksschwein, das Hufeisen, der Pfennig und der Schornsteinfeger Glück bringen. Zudem haben auch hierzulande viele Menschen ihren ganz persönlichen Talisman, den sie immer oder zumindest bei bestimmten Ereignissen bei sich tragen.

Ganz so ausgeprägt wie in Asien ist der Kult um die Glückssymbole dann aber doch nicht. Die meisten werden wissen, dass die Farben Rot und Gold vor allem in China Glück bringen und Reichtum bescheren sollen, und auch Glückskekse sind vielen ein Begriff. Aber damit ist es noch lange nicht getan, denn die Palette an Glücksbringern in Asien ist groß.

Nicht selten werden zudem Glückssymbole aus verschiedenen Ländern nebeneinander aufgestellt, denn es ist ja nicht ausgeschlossen, dass viel auch viel hilft. Zwei Glücksbringer aus Asien, die dort weit verbreitet und mittlerweile auch bei uns recht häufig anzutreffen sind, sind die Nang Kwak und die Maneki-Neko.       

 

Nang Kwak – die schöne, winkende Dame

Vor allem in Thailand gibt es vermutlich kaum ein Geschäft, ein Restaurant, eine Bar oder einen Markt, in denen nicht irgendwo mindestens eine Nang Kwak sitzt. Die Nang Kwak ist ein Glücksbringer in Gestalt einer schönen Frau und vor allem die Geschäftsleute erhoffen sich von ihr, dass sie viele Kunden herbeiwinkt und so für gute Umsätze sorgt. Die hübsche Dame ist traditionell gekleidet, meist trägt sie ein rotes Gewand. Ihren Kopf ziert eine goldene Krone und oft hat sie auf der linken Seite ein goldenes Säckchen als Accessoire.

Während ihre linke Hand auf dem Oberschenkel liegt oder die Erde berührt, hält sie ihren rechten Arm nach oben und winkt. Wie es die Höflichkeit gebührt und wie ihn Thailand typischerweise andere Personen durch Handzeichen herbeigerufen werden, zeigt ihre Handfläche dabei nach unten. In Thailand wird es bei Frauen als anrüchig und bei Männern als Zeichen von Aggressivität gewertet, wenn die Handfläche beim Winken nach oben zeigt.

Was es mit der Nang Kwak genau auf sich hat, wird unterschiedlich erzählt. Eine Version besagt, dass eine Legende aus dem alten Indien den Ursprung bildet. So soll es einst ein junges Mädchen gegeben haben, das dem Buddha Dharma gefolgt war und dafür von ihm einen besonderen Segen empfangen hatte. Der Vater des Mädchens, ein Händler, konnte seitdem deutlich mehr Waren in wesentlich kürzerer Zeit verkaufen. Das plötzlich so gut laufende Geschäft fiel den Menschen auf und sie vermuteten den besonderen Segen seiner Tochter als Ursache.

Damit war die Legende der Nang Kwak geboren. Eine andere Version ergibt sich daraus, dass die Nang Kwak nicht nur Geschäftsleuten viele Kunden und gute Umsätze bescheren soll, sondern auch als Glücksbringer in Liebessachen verwendet wird. In diesem Fall stehen die Blätter einer Pflanze, die ebenfalls Nang Kwak heißt, im Mittelpunkt. Früher stellten Mädchen und junge Frauen eine Art Paste aus den Blätter her und trugen sie auf ihr Gesicht und ihren Körper auf.

Sie erhofften sich davon magische Kräfte, die sie für das andere Geschlecht attraktiv machen sollten. Bis heute rollen vor allem thailändische Schulmädchen Blätter der Pflanze in ein kleines Tuch ein und tragen sie als Glücksbringer bei sich. Da die Blätter aber nur recht kurz halten, wurde irgendwann damit begonnen, die winkende Dame aus der Wurzelknolle der Pflanze zu schnitzen. Eine Pflanze, die sich als Glücksbringer eignet, muss aber wild gewachsen sein und vor dem Ausgraben müssen die Geister mit Opfergaben milde gestimmt werden.

Damit die Nang Kwak ihre Wirkung entfaltet, muss sie gehegt und gepflegt werden. So wird sie schon vor dem Aufstellen zu einem Mönch oder Schamanen gebracht, der sie segnet, oder sie wird zumindest mit verschiedensten Opfergaben beschworen. Auch danach muss sie täglich umsorgt werden, damit sie ihre Zauberkraft behält. So werden ihr unter anderem Süßigkeiten, Blumen, Girlanden oder Kerzen und natürlich Räucherstäbchen dargebracht.  

 

Maneki-Neko – die winkende Katze

Weit weniger anspruchsvoll als die Nang Kwak ist der Talisman namens Maneki-Neko. Dahinter verbirgt sich eine winkende Katze, die ursprünglich aus Japan stammt, mittlerweile aber in ganz Asien zu finden und auch hierzulande immer häufiger anzutreffen ist.

Die Winkekatze muss nicht beschworen werden und ist schon zufrieden, wenn ihr gelegentlich ein paar Süßigkeiten oder Blumen dargebracht werden.

Die Körperhaltung der winkenden Katze ähnelt der von der Nang Kwak. So hebt auch Maneki-Neko ihre Pfote, um zu winken, die Innenfläche der Pfote zeigt nach unten. Winkt die Katze mit der rechten Pfote, soll dies allgemein Glück bringen, durch das Winken mit der linken Pfote soll sie gute Geschäfte, Geld und Wohlstand herbeirufen. Vermutlich geht die winkende Katze auf einen alten japanischen Volksglauben zurück. Demnach soll eine Katze, die sich das Gesicht wäscht, dadurch einen nahenden Besucher ankündigen.  

Vor allem bei den jüngeren Generationen erfreut sich die Winkekatze großer Beliebtheit. Sie muss nämlich nicht nur weniger umsorgt werden als die Nang Kwak, sondern ist schlichtweg moderner. Häufig werden die Katzen aus Porzellan oder Pappmaschee angefertigt, weiß grundiert und anschließend bunt bemalt. In letzter Zeit gibt es Maneki-Neko aber immer häufiger auch als kostengünstige Plastik-Modelle. Teilweise sorgen hier Batterien dafür, dass die Katzen ununterbrochen winken.

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